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Bewegende Zeremonien am Internationalen Holocaust-Gedenktag


Polen

Bewegende Zeremonien am Internationalen Holocaust-Gedenktag

Am internationalen Holocaust-Gedenktag haben Auschwitz-Überlebende auf dem Gelände des ehemaligen deutschen Vernichtungslagers der Opfer gedacht. Polens Regierungschefin Beata Szydlo sprach von einem “unvorstellbaren Leid” der Opfer. Die Geschehnisse dürften nie vergessen werden, sagte Szydlo. Erinnerung sei die Pflicht nachfolgender Generationen.

Am 27. Januar 1945 hatten Soldaten der Roten Armee rund 7500 Häftlinge in Auschwitz-Birkenau befreit. An der Gedenkfeier nahmen mehrere Dutzend Überlebende teil, darunter Krystyna Szpigiel:

“Ich weine andauernd, ohne Unterlass. Unsere Seelen wurden verstümmelt, weil wir KZ-Kinder waren. Auch wenn ich selbst nicht in Auschwitz sondern im Lager in Lodz war. Sie nannten es das “Kleine Auschwitz” für polnische Jugendliche und Kinder. Es gab keine Gnade und die Vorgehensweisen gegen uns waren grausam.”

Der deutsche Bundestag erinnerte in einer Gedenkstunde an die Millionen Opfer unter nationalsozialistischer Herrschaft. Mindestens 1,1 Millionen Menschen waren allein in Auschwitz-Birkenau ermordet worden oder verhungert. 2005 riefen die Vereinten Nationen den 27. Januar zum internationalen Holocaust-Gedenktag aus.

Papst Franziskus gedachte ebenfalls der Opfer der Nationalsozialisten. Der Pontifex empfing im Vatikan eine Delegation des Europäischen Jüdischen Kongresses. Franziskus sprach von einem wichtigen Tag der Erinnerung für Juden wie für Nichtjuden. Er rief über Twitter dazu auf, das Leid und die Tränen der NS-Opfer nie zu vergessen.

Das Internationale Auschwitz Komitee (IAK) teilte mit, die derzeitigen rechtspopulistischen Entwicklungen in Europa würden die Überlebenden sehr beunruhigen. Sie wollten nicht nur Gegenstand von
Gedenkfeiern sein.

“Sie hofften und hoffen, dass die Menschen verstehen, dass es um ihre Zukunft geht, wenn sie sich der Schrecken und Fehler der Vergangenheit erinnern”, erklärte IAK-Exekutiv-Vizepräsident Christoph Heubner.

Um nachfolgende Generationen effektiver vor Gefahren durch Populismus und Fremdenfeindlichkeit warnen zu können, bat das Museum Auschwitz um Mithilfe bei der Suche nach Dokumenten und Fotos ehemaliger Wachmänner des Konzentrationslagers. Das Museum hofft, dadurch die Mentalität der Täter besser nachvollziehen zu können, hieß es.

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