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Friedensprozess in Kolumbien: Koka-Bauern fürchten unprofitablere Alternativen

Als Teil des Friedensvertrages haben die kolumbianische Regierung und Vertreter der FARC-Guerilla ein Programm zum Wechsel auf legale Anbaupflanzen verkündet.

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Friedensprozess in Kolumbien: Koka-Bauern fürchten unprofitablere Alternativen

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Die kolumbianische Regierung und Vertreter der FARC-Guerilla haben den Beginn eines nationalen Programms für die Umstellung von illegalen zu legalen Anbaupflanzen verkündet. Ziel ist, innerhalb von einem Jahr rund die Hälfte der illegalen Koka-Felder in Kakau-Plantagen und Obsthaine zu verwandeln – in möglichst freiwilliger Kooperation mit den Produzenten.

Doch die sehen das Programm kritisch. Während sich die Armee schon auf die Zerstörung der Pflanzen vorbereitet, fanden sich am Samstag in der Regionalhauptstadt Popayan rund 3000 Koka-Bauern ein, um zu protestieren. In den vom Staat vernachlässigten Anbaugebieten sei die Umstellung mit den einhergehenden finanziellen Einbußen nicht tragbar, so der Vorwurf.

“Die Regionen, in denen Koka angebaut wird, sind isolierte Regionen”, so der Vorsitzende eines Bauernverbandes, Edgar Mora. “Aber dort leben gute ländliche Leute, die keine Alternative zum Koka-Anbau gefunden haben. Wenn sie andere Produkte pflanzen, verlieren sie Geld. Die Produkte, von denen die Regierung spricht, sind nicht so profitabel.”

Rund 320 Millionen Euro will der kolumbianische Staat in das Programm investieren, es ist ein zentraler Bestandzeit des Friedensabkommens mit der FARC. Um sich zu finanzieren kontrollierte sie selbst einen Teile des Koka-Anbaus für die hochprofitable Kokainproduktion.

Mit einem Rückzug der ältesten Guerilla-Organisation Kolumbiens aus dem Geschäft drohen in den FARC-Gebieten nun aber andere paramilitärische und kriminelle Gruppen die Kontrolle zu übernehmen.