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Stephen Bannon: Trumps Puppenspieler und selbsternannter Darth Vader


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Stephen Bannon: Trumps Puppenspieler und selbsternannter Darth Vader

Stephen Bannon ist einer der mächtigsten Männer im Umfeld Donald Trumps. Zunächst ernannte der neue Präsident den rechtskonservativen Ex-Banker zu seinem Chefstrategen. Dann wurde er ins Principal Committee des Nationalen Sicherheitsrats berufen – eine Position, die normalerweise Generälen vorbehalten ist. Der 63-Jährige Bannon verfügt über keinerlei außen- oder sicherheitspolitische Erfahrung.

Dabei gilt er als ausgesprochen intelligent und skrupellos. US-Medien bezeichnen ihn als Puppenspieler. Die Puppe ist Trump. Dessen finstere Antritts-Rede soll Bannon mitgeschrieben haben. Und auch das Einreiseverbot für Menschen aus sieben überwiegend muslimischen Staaten soll großteils aus Kopf und Feder Bannons stammen.

Chef der ultranationalistischen Seite Breitbart News

Jahrelang war der ehemalige Navy-Soldat Chef der ultrarechten Website Breitbart News, die die Grenze zu Rassismus, Islamophobie, Antisemitismus und Verschwörungstheorien nicht nur immer wieder touchiert, sondern häufig überschreitet. Im Wahlkampf hatte Breitbart massiv Werbung für Trump gemacht und dessen Gegnerin Clinton nach Kräften in ein schlechtes Licht gerückt.

In einem Interview sagte Bannon über Breitbart News: “Wir sind die Plattform für die Alt-Right-Bewegung”. Diese Bewegung gilt als rechtsextrem und rechtsradikal – und auch Bannon vertritt rechte und nationalistische Positionen. Vergangenen August gab er den Posten als Breitbart-Chef ab und wurde Chefberater von Donald Trump.


Extra: Nach diesem Video musste sich sogar Trump von Alt Right distanzieren

Für andere Medien hat er wenig übrig, speziell, wenn es um die sogenannten liberal media, also vermeintlich oder tatsächlich Trump-kritische Medien geht. In einem Interview mit der New York Times sagte er jüngst, die Medien sollten in Sachen Trump ihren Mund halten. Sie würden nicht verstehen, was im Land vor sich gehe und warum Trump überhaupt gewählt wurde. Nicht die Demokraten, sondern die Medien seien die wahre Oppositionspartei. Damit stößt er in dasselbe Horn, in das auch Trump schon während das Wahlkampfs immer wieder geblasen hatte.

Bannon, ein weiterer Goldman-Sachs-Mann um Trump

Viele Kritiker monieren auch die Tatsache, dass Bannon früher ein der Investmentbank Goldman Sachs angestellt war. Damit ist er nur einer von insgesamt vier ehemaligen Goldman-Sachs-Bankern, die Trump mit hohen Posten versorgt hat: Neben Bannon ist da der Investmentbanker Steven Mnuchin, er soll Finanzminister werden. Dann gibt es Gary Cohn, die bisherige Nummer Zwei bei Goldman Sachs. Er wird ebenso wie der Hedgefonds-Manager Anthony Scaramucci Berater des Präsidenten. Das alles übrigens, obwohl Trump im Wahlkampf noch mächtig Stimmung gegen die Goldman Sachs gemacht hatte und sie als Symbol für den Sumpf darstellte, den er vorgab, trockenlegen zu wollen.


Extra: The Daily Show zu Bannon

Allerdings hat Bannon der Wallstreet schon lange den Rücken gekehrt. Von 1984 bis 1990 arbeitete er bei Goldman Sachs. Danach machte er sich mit einer Investmentfirma selbständig. Er war im Medienbereich tätig, beteiligte sich am Projekt Biospähre 2, das scheiterte, und produzierte Filme in Hollywood, etwa den Streifen Titus mit Anthony Hopkins.

Offenbar gefällt sich Bannon in der Rolle des Finsterlings. Im Interview, in dem er den Medien einen Maulkorb verpassen wollte, bezeichnete er sich selbst als “Darth Vader”. Das ist der Bösewicht in den Star-Wars-Filmen.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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