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Trumps Abschottungspolitik trifft Forscher und Wissenschaftler

Iranische Wissenschaftler fühlen sich durch Trumps Einreiseverbot abgestraft.

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Trumps Abschottungspolitik trifft Forscher und Wissenschaftler

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Am Samstag flossen die Tränen am Flughafen von Los Angeles. Angehörige erfuhren, dass iranische Verwandte und Freunde nicht mehr ihn die USA einreisen dürfen. Hossein Khoshbakhty hat beide Staatsbürgerschaften. Er wartete auf seinen Bruder, der trotz Greencard die Grenze nicht überqueren durfte. Er wisse nicht, was er tun solle, sagt Khoshbakhty. Sie seien aus dem Iran in die USA geflüchtet, nun seien sie hier in der gleichen Lage. Seit mehr als 15 Jahren sei er schon US-Staatsbürger. Sein Bruder und er hätten sich nirgendwo schlecht benommen.

Das sieht Nima Enayati ähnlich, ein iranischer Bio-Ingenieur und Student an der Polytechnischen Universität von Mailand.
Trumps Abschottungspolitik machte seinem Austausch mit der Stanford-Universität ein Ende. In Italien durfte er nicht an Bord der Maschine nach Los Angeles gehen. “Eine andere Reise bereitet mit aber noch größeres Kopfzerbrechen. Wir haben die finanzielle Unterstützung von einem großen Unternehmen im Bereich der computerassistierten Chirurgie mit Sitz in Kalifornien erhalten. Wenn sich die Situation nicht ändert, dann werde ich kein Visum beantragen, nicht hinfliegen und unser Projekt nicht vorstellen können. Das würde mich persönlich sehr treffen,” sorgt sich der Wissenschaftler.

Gerade Forscher und Wissenschaftler fühlen sich durch die Abschottungspolitik der USA abgestraft. Mana, iranische Doktorandin am Hasso Plattner Institut, hat ein Visum und das Flugticket für eine Reise nach Kalifornien – aber:
“Ich wollte im Februar einen Monat lang in Palo Alto bleiben. Ich bin sehr traurig, dass ich nicht fliegen kann,” sagt Mana. “Ich kann mit meinen Kollegen nicht treffen und auch keine Fallstudie an der Stanford-Uni durchführen.”

Soosan Lolavar hat die britische und iranische Staatsbürgerschaft. Im vergangenen Jahr studierte sie mit einem Fulbright-Stipendium an der Carnegie Mellon Universität. Als Künstlerin könnte sie mithilfe einer Sondergenehmigung zur Aufführung ihrer Opernpremiere “ID Please” nach Pittsburg reisen.

“Auf der einen Seite würde ich sie gern sehen. Viele Leute haben viel Arbeit in das Projekt gesteckt. Ich will sie nicht enttäuschen. Andererseits will ich keine Sonderbehandlung. In Zeiten wie diesen ist Solidarität wichtig.”