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UN-Generalsekretär Guterres: Trumps Einreisestopps helfen Terroristen-Propaganda

Die Maßnahmen seien nicht die effektivste Maßnahme gegen Terrorismus. Auch Analysten sprechen von einer Propaganda-Gelegenheit für Terrororganisationen.

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UN-Generalsekretär Guterres: Trumps Einreisestopps helfen Terroristen-Propaganda

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Der am vergangenen Freitag von US-Präsident Donald Trump verhängte Einreisestopp für Flüchtlinge und Bürger aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern sorgt auch bei den Vereinten Nationen für Kritik.

Eine auf Religion oder Nationalität beruhende Diskriminierung an Landesgrenzen schüre Ängste und Wut und spiele damit terroristischen Organisationen in die Hände, so UN-Generalsekretär António Guterres.

“Das ist nicht der beste Weg, die USA oder irgend ein sonstiges Land zu schützen”, sagte Guterres. “Im Bezug auf existierende Sorgen über eine mögliche Infiltrierung durch Terroristen ist das nicht der effektivste Weg, und ich denke, diese Maßnahmen sollten möglichst bald beendet werden.”

Auch politische Analysten und die britische Innenministerin Amber Rudd sprachen mit Bezug auf die Einreisestopps und Aussagen Trumps von einer Propaganda-Gelegenheit für islamistische Terroristen, die den Westen nun leicht als feindselig gegenüber der islamischen Welt darstellen könnten.

UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi forderte die Weltgemeinschaft unterdessen auf, mit akuten Problemen wie der Flüchlingskrise die langfristige Perspektive nicht aus den Augen zu verlieren. Die Welt müsse weiter in einen Friedensplan für Syrien investieren.

“Wenn man diese Zerstörung sieht, dann versteht man wirklich, was es bedeutet, Flüchtling zu sein und warum es so wichtig ist, Solidarität und nicht Ablehnung zu signalisieren, Asyl zu gewähren und Menschen nicht über Grenzen zurückzuschicken”, so Grandi während eines Besuchs im Jibreen-Flüchtlingslager bei Aleppo, das rund 5000 Menschen Platz bietet.

Wiederaufbaupläne wie der Marshall-Plan nach dem zweiten Weltkrieg seien erst dann möglich, wenn Frieden herrsche und Menschen zu einem normalen Leben zurückkehren könnten, so Grandi.