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Angeblicher Eklat: Australiens Premier erklärt, Trump werde Flüchlingsdeal einhalten

Medienberichten zufolge brüskierte Trump den australischen Regierungschef Turnbull während eines Telefonats am Samstag. Turnbull dementierte.

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Angeblicher Eklat: Australiens Premier erklärt, Trump werde Flüchlingsdeal einhalten

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Wegen eines Streits um die Umsiedlung von 1250 Flüchtlingen ist es laut einem Artikel der Washington Post zu einem Eklat zwischen US-Präsident Donald Trump und dem australischen Premierminister Malcolm Turnbull gekommen.

Seither herrscht Verwirrung: Denn während Trump den im November geschlossenen Deal öffentlich anzweifelte, ist laut offiziellen Aussagen der australischen Regierung nichts Ungewöhnliches vorgefallen.

Australische Medien sprechen dennoch von einem plötzlichen Tiefpunkt der eigentlich als unerschütterlich geltenden Beziehungen zwischen den beiden verbündeten Ländern. Die Turnbull-Regierung steht bei ihren Wählern innenpolitisch unter Druck, keine per Boot angekommenen Flüchtlinge ins Land zu lassen, muss aber gleichzeitig dem Schutzanspruch gerecht werden: Rund 80 Prozent der derzeit auf pazifischen Inseln internierten Betroffenen gelten nach UN-Richtlinien als legitime Flüchtlinge und sollen Asyl erhalten. Das Abkommen mit den USA beinhaltet explizit nur anerkannte Flüchtlinge und zwei weitere Prüfungsrunden.

“Unglaublich, die Obama-Regierung hat zugestimmt, tausende illegale Immigranten aus Australien aufzunehmen. Warum? Ich werde mir diesen dummen Deal ansehen”, twitterte Trump am Mittwoch, kurz nach Erscheinen des Artikels der Washington Post.

Die Übereinkunft zur Umsiedlung der 1250 anerkannten Asylbewerber hatte Trumps Vorgänger Barack Obama im November getroffen. In dem auf rund eine Stunde angesetzten Telefonat mit Trump am vergangenen Samstag ging es Turnbull nun offenbar darum, die Vereinbarung auch umzusetzen.

Dem Artikel der Washington Post zufolge habe Trump dem australischen Premier im Verlauf des Telefonats gesagt, dies sei nach Wladimir Putin und anderen Regierungschefs bereits das vierte, aber das schlechteste Gespräch des Tages. Nach 25 Minuten habe Trump demnach aufgelegt. Die Zeitung beruft sich dabei auf anonyme hochrangige US-Offizielle, die über das Gespräch unterrichtet worden seien.

Australiens Premier Turnbull blieb in Stellungnahmen zu dem Telefonat schmallippig. Er verneinte, so brüsk von Trump abgefertigt worden zu sein und versicherte, Trump habe nicht vor, die Vereinbarung aufzukündigen: “Der Präsident hat mir versichert, dass er die Übereinkunft einhalten wird, die wir mit der Obama-Regierung im Bezug auf die Umsiedlung von Flüchtlingen getroffen haben.” Auch die amerikanische Botschaft in Australien vertrat diese Position.