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Missbrauch, Selbstmord: Umstrittene Abschiebelager für Australiens Flüchlinge

Canberra schickt Flüchtlinge in umstrittene Auffanglager nach Papua Neuguinea und Manus.

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Missbrauch, Selbstmord: Umstrittene Abschiebelager für Australiens Flüchlinge

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Neben dem umstritten Einreisestopp des US-Präsidenten Donald Trump verfolgt auch Australien eine strenge Flüchtlingspolitik. Jedes Jahr legt die Regierung in Canberra eine Quote fest, wie viele Menschen aufgenommen werden. Im Jahr 2014 waren es 180.000 Einwanderer. Für alle anderen Asylsuchenden heißt es: Umkehren.
Im Kampf gegen Schlepperbanden werden Flüchtlingsboote regelmäßig zurück aufs Meer geschickt.

2010 versuchte die Premierministerin Julia Gillard, mit den Nachbarstaaten ein Abkommen zu erreichen. “Wir wollen dadurch sicherstellen, dass Menschenschmuggler keine Geschäfte machen können. Eine Bootsfahrt nach Australien würde somit nur eine Eintrittskarte zu einem regionalen Abschiebezentrum bedeuten,” sagte Gillard.

Die Migranten, die dort hinkommen, werden in Lager auf den Inseln Manus, Papua Neuguinea und Nauru weitergeleitet.

Im April 2016 erklärte das Oberste Gericht von Papua Neuguinea das Lager der Asylbewerber auf der Insel Manus als nicht verfassungsgemäß und stellte damit die Asylpolitik Canberras in Frage. Der Staatsanwalt Loani Henao erklärte, “die Regelung diente nicht den Interessen unseres Landes, sondern denen einer ausländischen Regierung.”

Ein Blick ins Lager auf der Insel Manus. Hier sind für unbestimmte Zeit Asylbewerber aus Afghanistan, Sri Lanka, Bangladesch, Pakistan, dem Irak und Iran untergebracht. Insgesamt 1.600 Menschen, die in Australien Asyl beantragten.

Wie Riaz Samadi, er sagt, “hier sind wir Illegale. Wir kommen aus Australien, gehören nach Australien, wir wollen nicht nach Papua Neuguinea, wir wollen nicht woanders leben.”

Die umstrittenen Lager existieren weiter. NGOs berichteten von zahlreichen Missbrauchsfällen, Vergewaltigungen, Selbstmord, Hungerstreik. Angesichts der Lager geht Australien nicht konform mit der Genfer Flüchtlingskonvention, die das Land jedoch unterschrieben hat.

Darüber hinaus gab es bis Ende der 60er Jahre eine “White Australia”-Richtlinie, die weiße europäische Einwanderer vorzog. Innerhalb der Bevölkerung wurden erst 1967 die australischen Ureinwohner Aborigines offiziell als Menschen anerkannt.