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Frankreich: Fillon bezeichnet Beschäftigung von Familienmitgliedern als Fehler


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Frankreich: Fillon bezeichnet Beschäftigung von Familienmitgliedern als Fehler

Der Präsidentschaftskandidat der französischen Konservativen, Francois Fillon, hat Scheinbeschäftigungsvorwürfe erneut zurückgewiesen, die Einstellung von Familienmitgliedern nun aber als Fehler bezeichnet.

Seine Frau habe als parlamentarische Mitarbeiterin für ihn wichtige Aufgaben erledigt und sei dafür fair und legal entlohnt worden. Auch bei der zeitweisen Beschäftigung seiner Kinder verhalte sich das so. Die Arbeitsverhältnisse stünden nun aber in Konflikt mit der öffentlichen Meinung, so Fillon bei einer Pressekonferenz in seinem Wahlkampfhauptquartier in Paris.

“Es ist nicht Sache des medialen Systems, über mich zu urteilen. Es sind die Franzosen, die entscheiden”, sagte Fillon. “Es gehört zu den wichtigsten Herausforderungen in der Politik, eigene Fehler einzuräumen. Mit der eigenen Familie in der Politik zusammenzuarbeiten ist eine Praxis, die die Franzosen jetzt ablehnen. Was gestern zumindest akzeptabel war, wird heute nicht mehr akzeptiert. Bei der Arbeit mit meiner Familie habe ich jenem Vertrauensverhältnis den Vorzug gegeben, das nun für Misstrauen sorgt. Das war ein Fehler. Ich bereue das tief und entschuldige mich beim französischen Volk.”

Fillon sprach von einer brutalen Kampagne gegen ihn. Einen Rückzug seiner Kandidatur lehnte er erneut ab – er werde seine Kampagne nun umso entschlossener weiterführen.

Ob Fillon eine Trendumkehr für die Republikaner gelingt, wird sich zeigen. Einen Befreiungsschlag wird seine Kampfansage aber nicht herbeiführen können: Nach Einschätzung von Beobachtern könnten sich die Ermittlungen und eine Beurteilung noch Wochen hinziehen.

Die Affäre hat die Verhältnisse im französischen Wahlkampf binnen zwei Wochen völlig verändert. Noch im Januar galt der 62-Jährige als klarer Favorit. Jetzt liegt er in Umfragen hinter der rechtsaußen-Kandidatin Marine Le Pen und dem unabhängigen Mitte-links-Kandidaten Emmanuel Macron, dem nun die besten Chancen auf die Präsidentschaft ausgerechnet werden.

Weil mehrere Politiker der Republikaner laut über alternative Kandidaten nachgedacht hatten, spekulieren Medien auch über einen möglichen Plan-B. Ein Austausch des Spitzenkandidaten wäre allerdings ungewöhnlich und auch deshalb riskant.

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