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Vorsitzender des britischen Unterhauses Bercow will Trump-Ansprachen blockieren


Großbritannien

Vorsitzender des britischen Unterhauses Bercow will Trump-Ansprachen blockieren

Der Vorsitzende des britischen Unterhauses, John Bercow, hat sich überraschend dagegen ausgesprochen, den neuen US-Präsidenten Donald Trump vor dem britischen Parlament sprechen zu lassen. Er brüskiert damit auch Theresa May, die Trump nach seiner Vereidigung als eine der ersten ausländischen Regierungschefs in den USA besucht hatte.

Eine solche Einladung werde er nicht unterstützen, sagte Bercow. Als Grund nannte der konservative Politiker die Haltung Großbritanniens zu Themen wie Rassismus, Sexismus und der Unabhängigkeit der Rechtssprechung.

“Vor der Verhängung des Einreisestopps für Migranten wäre ich selbst gegen eine Ansprache Präsident Trumps in der Westminster Hall gewesen. Nach der Verhängung des Einreisestopps für Migranten bin noch entschiedener gegen eine Rede von Präsident Trump in der Westminster Hall”, so Bercow.

Der Schritt Bercows ist ungewöhnlich, nicht nur, weil er wie Premierministerin Theresa May von den Konservativen kommt – seine Parteimitgliedschaft ruht derzeit – sondern auch, weil seine Vorgänger das Gebot der politischen Neutralität in der Regel auch mit mehr Zurückhaltung gleichsetzten.

Als Vorsitzender des Unterhauses ist Bercow eine der Schlüsselfiguren, deren Zustimmung für eine Ansprache vor dem Parlament nötig wäre.