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Erst Scheinbeschäftigung, jetzt Scheinehe: Frankreichs Wahlkampf wird zur Schlammschlacht

Einem Kandidaten wird die Scheinbeschäftigung seiner Frau, einem anderen eine homosexuelle Affäre vorgeworfen.

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Erst Scheinbeschäftigung, jetzt Scheinehe: Frankreichs Wahlkampf wird zur Schlammschlacht

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Frankreichs Präsidentschaftswahlkampf wird zur Schlammschlacht. Der bürgerliche Präsidentschaftskandidat François Fillon soll nicht nur seine Frau zum Schein als Mitarbeiterin beschäftigt haben. Wie die Satire- und Enthüllungszeitung «Le Canard Enchaîné» berichtet, soll seine Frau Penelope für die Auflösung der Scheinanstellung auch eine Abfindung in Höhe von insgesamt 45.000 Euro erhalten haben. Fillon wies die neuen Vorwürfe als «Lügen des ‘Canard Enchainé‘» zurück.

Ex-Präsident Nicolas Sarkozy muss sich wegen illegaler Wahlkampffinanzierung vor Gericht verantworten. Sarkozy wird vorgeworfen, bei seiner erfolglosen Wiederwahl-Kampagne 2012 die gesetzliche Obergrenze für Wahlkampfausgaben um gut 20 Millionen Euro überschritten zu haben.





Seit Fillons Scheinbeschäftigungsaffäre werden dem früheren sozialistischen Wirtschaftsminister Emmanuel Macron, der mit seiner Partei gebrochen hat und als unabhängiger Kandidat antritt, beste Chancen eingeräumt, in die Stichwahl gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen zu kommen.

Macron wird nun eine außereheliche Affäre mit dem Generaldirektor des staatlichen Rundfunksenders Radio France nachgesagt. Macron ist mit seiner 24 Jahre älteren ehemaligen Französischlehrerin verheiratet.





Den Vorwurf einer homosexuellen Affäre konterte er mit den Worten, wenn man berichte, er führe ein Doppelleben mit Mr. Gallet, “dann sei wohl sein Hologramm entlaufen” – ein Seitenhieb auf den linksradikalen Präsidentschaftskandidaten Jean-Luc Mélenchon, der bei seinem Wahlkampfauftakt ein Hologramm einsetzte.