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Der vergessene Krieg im Donbass


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Der vergessene Krieg im Donbass

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Fast 10.000 Tote und mehr als 20.000 Verletzte, das ist die traurige Bilanz eines Krieges vor den Toren Europas. Ein Konflikt, der allerdings mehr und mehr in Vergessenheit gerät.

Im April 2014 begannen Menschen im prorussischen Osten der Ukraine, gegen die Maidan-Bewegung und eine Öffnung nach Westen zu demonstrieren. Seitdem bekämpfen sich ukrainische Soldaten und separatistische Rebellen im Donbass, letztere werden von Russland unterstützt.

Der OSZE-Beobachter Alexander Hug berichtet:
“Die Kämpfe sind etwas abgeflaut. In den vergangenen 24 Stunden wurde die Waffenruhe laut OSZE in der Region um Donezk nur etwas mehr als 1.300 Mal verletzt.Verletzungen der Waffenruhe .”

In der Vorwoche war es bis zu zehn Mal so häufig. Tatsächlich hat eine dauerhafte Waffenruhe bisher nur auf dem Papier existiert.

Im September 2014 wurde ein erstes Friedensabkommen in Minsk besiegelt. Es hielt nur einige Wochen. Danach flammten die Kämpfe wieder auf.

Im Februar 2015 einigten sich die ukrainischen und russischen Präsidenten Petro Poroschenko und Wladimir Putin unter der Vermittlung von François Hollande und Angela Merkel auf einen neuen Friedensvertrag. Doch auch Minsk II wurde und wird regelmäßig gebrochen.
Zwei Jahre später weisen sich beide Seiten daher gegenseitig die Schuld zu.

Poroschenko:
“Russland und die bewaffneten Kämpfer, die von ihm unterstützt werden, sind verantwortlich für die brutale Eskalation der Situation in Awdijwka, für den Beschuss von Wohnhäusern und den Tod von Zivilisten, für verletzte Journalisten und den Tod von bewaffneten ukrainischen Soldaten.”

Putin:
“Die ukrainische Führung braucht mehr Geld und der beste Weg, mehr Geld von der Europäischen Union, bestimmten EU-Staaten und den USA, sowie internationalen Finanzinstitutionen zu erhalten, ist, sich als Opfer darzustellen.”

Die Kämpfe konzentrieren sich auf das Separatistengebiet Donbass im Osten der Ukraine, vor allem auf die Städte Donezk und Luhansk. Trotz Friedensabkommen kämpfen dort beide Kriegsparteien mit schweren Waffen, zu deren Abzug sie sich im Abkommen Minsk 2 verpflichtet hatten.

Seit kurzem steht Awdijwka unter starkem Beschuss. Der sorgte am Wochenende zu einem Engpass von Wasser und Strom in der umkämpften Industriestadt. Mit schweren Folgen für die Anwohner.

Fast auf den Tag genau zwei Jahre sind die Friedensvereinbarungen von Minsk alt – doch ein wirklicher Friede scheint weiter entfernt denn je.

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