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Russische Revolution aus Sicht der Kunst


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Russische Revolution aus Sicht der Kunst

Die Londoner Royal Academy of Arts nimmt den 100. Jahrestag der Russischen Revolution zum Anlass für eine Ausstellung über die Kunst der bewegten Revolutionsjahre 1917 – bis 1932, vom Niedergang des Zarentums bis zum Aufstieg der Sowjetunion anhand von Gemälden, Fotos und Skulpturen.

Die Schau zeige die Wahrnehmung der historischen Ereignisse aus einer anderen Perspektive, erklärt die Kunstkritikerin Estelle Lovatt. “Es ist ein Abschnitt der russischen Geschichte, den kein Geschichtsbuch so gut vermitteln kann. Nichts wirkt so stark, wie ein Künstler, der das, was um ihn herum geschieht, darstellt. Künstler waren ebenso bedeutend, wie Soldaten, leisteten mit ihrem Pinselstrich einen visuellen Propaganda-Beitrag, in einer Zeit, in der die meisten Menschen nicht lesen konnten, wurde Botschaft mit Bildern vermittelt.”

Die Ausstellung untersucht die komplexe Beziehung zwischen Staat und Kunst. Während die Zeit kurz nach der Oktoberrevolution noch von Vielfalt und Avantgarde in Kunst und Literatur geprägt war, nahm die staatliche Einflussnahme schnell überhand, wurde Kunst als Stilmittel für politische Propaganda eingesetzt.

Zu sehen sind auch Werke von Kasimir Malewitsch und Wassily Kandinsky, sie gelten als die bedeutendsten Vertreter der künstlerischen Avantgarde in Russland, die zusehends in Abseits gerieten.

John Milner, Kurator: “Es gab eine Gruppe, die sich ‘Assoziation der Künstler der Revolution’ nannte und die feste Absicht verfolgte, die Avantgarde zu kritisieren, verunglimpfen und beschimpfen. Sie wurden im Verlauf der 20er Jahre bedeutender und bildeten die Grundlage des sozialistischen Realismus. Ihr Argument lautete, dass einfache Menschen die Kunst verstehen sollten, ganz normale Menschen, die im Bus fuhren, sollten verstehen können, worum in aller Welt es ging. Und das ging nicht mit Künstlern wie Ljubow Popowa oder Kandinsky.”

Die Ausstellung in der Londoner Royal Academy of Arts geht bis zum 17 April.

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