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US-Armee macht den Weg frei für Pipeline in North Dakota


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US-Armee macht den Weg frei für Pipeline in North Dakota

Die US-Streitkräfte machen den Weg frei für den letzten Bauabschnitt der umstrittenen Ölpipeline Dakota Access. Die von US-Präsident Donald Trump angeordnete Überprüfung des Bauvorhabens sei abgeschlossen, erklärte das Ingenieurskorps der Armee in San Francisco. Dem Bau nördlich des Indianerreservats Standing Rock entlang des Missouri-Fluss und nahe dem Oahe-Staudamm in North Dakota wurde die Genehmigung erteilt. Der zu bebauende Teilabschnitt gehört den Streitkräften.

Sioux-Indianer hatten monatelang gegen die Pipeline demonstriert, weil die Pipeline durch heilige Stätten auf dem Land ihrer Vorfahren verlaufen soll. Unter Obama sollte eine Alternativroute geprüft werden, die nicht unter dem Lake Oahe entlangführt, einem Stück des Missouri. Er ist für die Indianer nicht nur ein Wasserreservoir, sie sehen auch alte Gebietsverträge verletzt. Die Ureinwohner fürchten eine Verseuchung ihres Trinkwassers durch Lecks in der Leitung.

Der neue Präsident hatte im Januar die Wiederaufnahme zweier Pipeline-Projekte per Dekret angekündigt. Die Pipeline soll Öl von den Tausenden Frackingbohrstellen North Dakotas in den Staat Illinois transportieren. Als Unternehmer hatte Trump kräftig in die Pipeline-Betreiberfirma ETP.N und eine Holding (Phillips 66) investiert. Aus Unterlagen des US Army Corps of Engineers, tätig im Bereich Bauingenieurswesen, ging am Dienstag hervor, dass für das fragliche Stück Pipeline nicht einmal mehr die zugesagten Umweltverträglichkeitsprüfungen vorgenommen werden sollen.

Umweltschutz- und Menschenrechtsgruppen wie Greenpeace und Amnesty International USA kritisierten ebenfalls die Ankündigung und wollen weiter klagen. Ureinwohner und Umweltschützer protestieren seit Monaten gegen das Projekt und wollen dies auch weiterhin tun. Die Menschen würden dafür kämpfen, ihr Wasser und ihre heiligen Stätten vor denjenigen zu schützen, die das Projekt zum Nutzen einiger weniger mit «Finanzverbindungen zur Trump-Regierung» durchdrücken wollten, so der Stammeschef Dave Archambault II. Die Projektgegner wollen die Wiederaufnahme des Baus auch juristisch angreifen. Die politische Kehrtwende der Trump-Regierung sei ein weiteres gebrochenes Versprechen an die Indianer-Stämme.

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