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US-Kommandeur sieht Truppenbedarf in Afghanistan, auch Russland ist besorgt


Afghanistan

US-Kommandeur sieht Truppenbedarf in Afghanistan, auch Russland ist besorgt

Der Oberkommandeur der US-Streitkräfte in Afghanistan hält zusätzliche internationale Truppen für nötig, um die afghanische Regierung in Kabul langfristig stabil genug zu machen. Auch Russland sieht Handlungsbedarf. US-Präsident Donald Trump hat sich bisher nicht klar zur Frage geäußert.

15 Jahre nach dem Sturz des Taliban-Regimes und kurz nach dem Abzug internationaler Truppen haben die Extremisten wieder Boden gewonnen. Derzeit sind noch 8400 US-Truppen in Afghanistan stationiert. Doch man brauche Verstärkung, sagte US-Kommandeur John Nicholson einem Komitee des US-Senats.

“Diese Beiträge könnten von unseren Alliierten und von den Vereinigten Staaten kommen. Wir haben festgestellt, dass es Bedarf und den Wunsch nach mehr Beratungsaktivität auf Ebenen unterhalb der zentralen Stellen gibt. Zusätzliche Kräfte würden uns erlauben, unsere Beratungsaktivitäten in den afghanischen Ministerien zu vertiefen”, so Nicholson.

Auch Russland zeigt sich besorgt über die verstärkten Aktivitäten der Fundamentalisten. Für einen Rückzug der Truppen aus Afghanistan sei nicht der richtige Zeitpunkt und Russland sei bereit für eine Kooperation, sagte Zamir Kabulow vom russischen Außenministerium der Agentur TASS.

Doch das gegenseitige Vertrauen auf militärischer Ebene ist gering. “Ich bin weiterhin besorgt über den Einfluss einiger externer Akteure, insbesondere Pakistan, Russland und Iran, die die Taliban weiterhin legitimieren und unterstützen und damit die Anstrengungen der der afghanischen Regierung untergraben, ein stabiles Afghanistan zu schaffen”, so Nicholson.

Die Taliban selbst haben Friedensgespräche mit der afghanischen Regierung mehrfach ausgeschlossen, solange ausländische Truppen auf afghanischem Boden sind. Sie fordern die USA und ihre Alliierten auf, das Land zu verlassen.