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Chinas Außenhandel feiert die Globalisierung

Der Exportweltmeister China hat einen unerwartet guten Start ins Jahr erwischt.

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Chinas Außenhandel feiert die Globalisierung

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Der Exportweltmeister China hat einen unerwartet guten Start ins Jahr erwischt. Die Ausfuhren wuchsen im Januar so kräftig wie seit knapp einem Jahr nicht mehr, so die Zollbehörde. Ein ähnliches Importwachstum war seit vier Jahren nicht mehr da – der Bauboom befeuerte unter anderem die Nachfrage nach Kupfer und Stahl.

Meinung

«Wir ziehen es vor, die Bedeutung der Zahlen herunterzuspielen»

In Zahlen: Exporte plus 7,9 Prozent (auf 172 Milliarden Euro) im Vergleich zum Vorjahresmonat, Analysten hatten weniger als die Hälfte erwartet. Importe plus 16,7 Prozent (auf 123 Milliarden Euro). Der Außenhandel der zweitgrößten Volkswirtschaft legte insgesamt um 11,4 Prozent zu.

In chinesischen Währung nahmen die Exporte um 15,9 Prozent zu, die Importe stiegen laut Zoll um 25,2 Prozent.

Zhao Zhongxiu, Vizepräsident der Universität für internationalen Handel und Wirtschaft, Peking:

“Der Außenhandel hat von einer Reihe von Maßnahmen profitiert, mit denen das Land die Exporte stabilisieren und das Wirtschaftswachstum fördern will. Einige Maßnahmen wirken, zum Beispiel die zur Straffung der Verwaltung, zur Erleichterung des Außenhandels und die Steuererstattung für Ausfuhrgüter. All das nützt dem Außenhandel.”

Die Exporte übertrafen die Importe um mehr als 48 Milliarden Euro. Nach US-Daten lag Chinas Überschuss im Handel mit den USA im vergangenen Jahr bei 326 Milliarden Euro – Präsident Donald Trump ein Dorn im Auge. Er hatte China unfairen Wettbewerb vorgeworfen und mit hohen Strafzöllen gedroht.

Die Konjunktur in der Volksrepublik war nach jahrelangem Boom abgekühlt. Im vergangenen Jahr waren die Exporte um 7,7 Prozent und die Einfuhren um 5,5 Prozent gesunken. Zuletzt gab es aber vermehrt Signale, dass sich die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt stabilisiert.

Experten erklärten den überraschenden Anstieg auch mit dem frühen Zeitpunkt des chinesischen Neujahrsfestes in diesem Jahr, so dass sich der Handel auf den Januar konzentriert habe. «Wir ziehen es vor, die Bedeutung der Zahlen herunterzuspielen», hieß es in einer Analyse der australischen ANZ-Bank. Wegen der saisonalen Einflüsse sollten besser die Anfang April anstehenden Quartalszahlen betrachtet werden.

su mit Reuters, dpa