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Le Pen verteidigt ihr protektionistisches Wahlprogramm

Le Pen, Kandidatin des rechtsextremen Front National, verteidigt ihr Programm im französischen Fernsehen.

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Le Pen verteidigt ihr protektionistisches Wahlprogramm

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Der französische Wahlkampf läuft auf Hochtouren. An diesem Donnerstagabend äußerte sich die Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen des rechtsextremen Front National erstmals zur Hauptsendezeit im französischen Fernsehen über ihr Programm.
Da sie in den vergangenen Wochen mehrmals die Politik des umstrittenen US-Präsidenten Donald Trump gelobt hatte, wurde sie zu einem möglichen Einreisestopp nach US-Vorbild befragt.

“Nein, das ist nicht Teil meines Programms,” sagt Le Pen. “Ich sehe derzeit keinen Sinn darin. Wenn ich aber Präsidentin bin und mir der Geheimdienst mitteilt, ein Terroranschlag stehe bevor, geplant von Personen, die aus einem bestimmten Land stammen und die bald nach Frankreich einreisen, werde ich alles tun, um für Sicherheit zu sorgen.”

Ihren Gegnern im Rennen um das Präsidentenamt François Fillon und Emmanuel Macron warf sie mögliche Interessenkonflikte vor, während sie derzeit selbst mit einer Gehaltsaffäre kämpft. Wegen der umstrittenen Beschäftigung einer Assistentin kürzt das EU-Parlament die Bezüge der französischen Rechtsextremistin, weil sie zu Unrecht erhaltene Gelder nicht zurückzahlen wollte.

Was Wirtschaft und Finanzen betrifft, will Le Pen aus dem Euro austreten, was die meisten Franzosen ablehen. Sie fordert einen – Zitat – “intelligenten Protektionismus“ und einen “wirtschaftlichen Patriotismus“.

Sie würde es US-Präsident Donald Trump nachmachen, dem es gelungen sei, viele heimische Unternehmen wieder in den USA anzusiedeln. Für Unternehmen, die ihre Autos nicht in Frankreich bauen wollten, würde beim Import nach Frankreich eine Steuer anfallen.
Auf die Frage, in welcher Höhe, sagte sie: “Werden wir noch sehen.”

Die TV-Sendung war ein wichtiger Auftritt für Marine Le Pen. Umfragen prognostizieren ihr einen Sieg in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl, aber eine Niederlage für die zweite Runde.