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Fed-Chefin Yellen winkt mit höheren US-Zinsen

Mit ungewohnt deutlichen Worten hat US-Notenbankchefin Janet Yellen die Finanzmärkte auf bald steigende Zinsen eingestimmt.

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Fed-Chefin Yellen winkt mit höheren US-Zinsen

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Mit ungewohnt deutlichen Worten hat US-Notenbankchefin Janet Yellen die Finanzmärkte auf bald steigende Zinsen eingestimmt. Ein solcher Schritt sei unter Umständen auf einer der nächsten Sitzungen “wahrscheinlich angebracht”, sagte die Vorsitzende der Federal Reserve (Fed) vor dem Bankenausschuss des Senats – dabei ausschlaggebend: Wie entwickeln sich Arbeitsmarkt und Inflation. Die Straffung zu lange hinauszuzögern sei aus ihrer Sicht unklug.

Meinung

"Wenn Sie zu viel Geld drucken, endet das mit einem schrecklichen Kater"

Janet Yellen, US-Notenbankvorsitzende:

“Für Unsicherheit könnten mögliche Veränderungen in der US-Haushaltspolitik und anderen Politikbereichen sorgen, das künftige Produktivitätswachstum und die Entwicklungen im Ausland.”

Zur Finanzpolitik des US-Präsidenten Donald Trump
sagte Yellen: Es sei noch zu früh, sich ein Bild von den
wirtschaftspolitischen Neuerungen zu machen. Aber schon jetzt sei die Schuldenentwicklung in den USA langfristig nicht nachhaltig. Trump plant gleichzeitig radikale Steuersenkungen und staatliche Investitionen in Billionenhöhe. Die Staatsverschuldung im Verhältnis zum BIP beträgt für die USA 106 Prozent (Deutschland etwas mehr als 70 Prozent)).

Janet Yellen, US-Notenbankvorsitzende:

“… ich will hier nicht auf bestimmte Steuer- oder Ausgabenvorschläge eingehen – aber darauf hinweisen, wie wichtig es ist, das Tempo des längerfristigen Wirtschaftswachstums zu verbessern und den amerikanischen Lebensstandard mithilfe einer höheren Produktivität anzuheben.”

US-Präsident Donald Trump hatte Yellen im Wahlkampf
mehrfach scharf kritisiert und ihr mit einer frühzeitigen Absetzung gedroht. Yellen ist seit dem 1. Februar 2014 im Amt, ihre reguläre Amtszeit läuft bis Februar 2018.

James Angel, Georgetown Universität, Washington:

“Die Politiker wollen oft, dass die Zentralbanken Dinge tun, die kurzfristig zweckdienlich sind, aber langfristig für die Wirtschaft gefährlich. So wollen die Politiker oft, dass die Zentralbanken viel Geld drucken, denn kurzfristig ist das Druckgeld so wie ein großer Schluck – es fühlt sich wirklich gut an. Aber wenn Sie zu viel drucken, endet das mit einem schrecklichen Kater.”

Die nächste Gelegenheit für einen Zinssprung wäre die Sitzung der Federal Reserve am 15. März. Zuletzt hatte die Fed ihre Leitzinsen im Dezember auf eine Spanne von 0,50 bis 0,75 Prozent angehoben.

QUANTITATIVE LOCKERUNG

Im Rahmen der sogenannten quantitativen Lockerung (quantitative easing) seit der Finanzkrise 2008 hat die Fed für hunderte Milliarden Dollar Wertpapiere gekauft, um die Wirtschaft anzukurbeln. Ihr Wertpapierbestand verfünffachte sich bis 2014 auf 4,4 Billionen Dollar (4,14 Billionen Euro).

Die Fed hielt 2014 mehr als das Fünffache der Wertpapiere, die sie vor der Krise im Jahr 2008 hatte. Die Bilanz der Fed erweiterte sich von etwa 850 Milliarden US-Dollar (800 Milliarden Euro) auf über 4,4 Billionen Dollar (4,1 Billionen Euro). Die US-Wirtschaftsleistung erreichte 2016 etwa 18,5 Billionen Dollar (17,4 Billionen Euro).

Sigrid Ulrich mit dpa, Reuters