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Irans Präsident besucht Golfstaaten: größere Einheit zwischen Sunniten und Schiiten

Iran auch Thema bei Gesprächen zwischen USA und Israel

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Irans Präsident besucht Golfstaaten: größere Einheit zwischen Sunniten und Schiiten

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Bei den Gesprächen in den USA zwischen US-Präsident Donald Trump und Israels Präsident Benjamin Netanjahu wurde auch über den Iran gesprochen. Dessen Präsident Hassan Ruhani bemühte sich derweil am anderen Ende der Welt um bessere diplomatische Beziehungen.

In Washington hob Trump die Sanktionen hervor, die seine Regierung kürzlich gegen den Iran verabschiedet hatte. Der Iran hatte zuvor wieder einmal mit dem Test von Waffensystemen die Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

Waren die Beziehungen der USA zum Iran noch unter Barack Obama besser geworden, werden sie jetzt wieder mehr und mehr belastet. Die Bemühungen von Irans Präsident Ruhani konzentrierten sich dann auch nicht darauf, die Beziehungen zu den USA zu verbessern. Stattdessen besuchte er Golfstaaten, mit denen die Beziehungen ebenfalls angespannt sind. Ruhani reiste nach Kuwait, eines der Länder, die ihre Botschafter aus dem Iran abgezogen hatten. Grund dafür waren Demonstrationen in der iranischen Hauptstadt Teheran vor etwa einem Jahr, bei denen die Botschaft Saudi-Arabiens angezündet wurde.

Tiefliegender Konflikt

Die Empörung über den Brand der Botschaft ist nur oberflächliches Zeichen für einen tieferliegenden Konflikt. Dem Botschaftsbrand vorausgegangen war die Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen in Saudi-Arabien. Der schiitisch geprägte Iran fasste das als Provokation auf und drohte mit Konsequenzen. Irans Präsident Ruhani forderte jetzt Schiiten und Sunniten zu größerer Einheit auf.

Analysten sehen in dem Konflikt zwischen den sunnitischen Ländern am Golf und dem schiitischen Iran einen Kampf um Einfluss im Nahen Osten: Die großteils sunnitischen Golfstaaten verfolgen ihre Ziele, der vom schiitischen Islam geprägte Iran verfolgt seine eigenen Interessen auf den Kriegsschauplätzen in Nahost. Die Stellvertreterkriege finden in Syrien und im Jemen statt, wo beide Parteien unterschiedliche Gruppierungen unterstützen.