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Polizeistreiks: Brasilien schickt Soldaten zum Karneval

Staat will Zustände wie in Espirito Santo verhindern

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Polizeistreiks: Brasilien schickt Soldaten zum Karneval

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Eine Woche vor Anfang des Karnevals in Brasilien hat das Land begonnen, Soldaten nach Rio de Janeiro zu schicken. Grund ist ein befürchteter Streik der Polizei.

Meinung

Es gibt Proteste, aber noch arbeiten die Polizisten

Raul Jungmann Verteidigungsminister, Brasilien

9.000 Soldaten sollen für Sicherheit sorgen, wenn die Polizisten tatsächlich in den Ausstand treten und zudem eventuell noch Anarchisten beginnen, zu randalieren. Die Befürchtungen sind berechtigt. Brasilien befindet sich in einer Dauerkrise. Die Sparpolitik bringt das Volk auf, sie trifft aber auch die Sicherheitskräfte. So müssen die Polizisten auf ihren Lohn warten, Gehaltserhöhungen bleiben aus.

Wie die Situation ausarten kann, können die Brasilianer im Bundesstaat Espirito Santo beobachten. Dort streikt die Polizei bereits seit dem 4. Februar. Da Polizisten in Brasilien nicht streiken dürfen, bedienen sie sich eines Tricks: Ihre Familien hindern die Polizeiautos am Verlassen des Polizeigeländes.

Der Streik hatte in Espirito Santo dazu geführt, dass die Zahl der Morde um ein Vielfaches angestiegen ist. Nach Angaben der Polizeigewerkschaft wurden seit Streikbeginn vor eineinhalb Wochen mehr als 140 Menschen ermordet. Viele der Morde sollen im Zusammenhang mit Drogengeschäften stehen. Es gab Plünderungen, Schulen und Geschäfte wurden geschlossen. Zwar haben mehr als 1.200 Polizisten ihre Arbeit inzwischen wieder aufgenommen, mit Stand Sonntag verweigerten aber noch 10.000 weiterhin die Arbeit.

Auch in Espirito Santo half der Staat mit dem Einsatz von Soldaten. Mehr als 3.000 wurden ausgesandt, um die Sicherheit wiederherzustellen.