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Krieg im Kongo: So wird versucht, den notleidenden Zivilisten zu helfen


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Krieg im Kongo: So wird versucht, den notleidenden Zivilisten zu helfen

  • Seit mehr als 20 Jahren herrscht im Kongo Krieg.
  • Geschätzt sechs Millionen Menschen kamen ums Leben.
  • Die Kämpfe zwingen ganze Dörfer in die Flucht. Rund 2 Millionen Menschen mussten ihre Heimat verlassen.
  • 10 Millionen Menschen benötigen wegen der Krise humanitäre Hilfe.

Der Kampf um die Kontrolle über die natürlichen Ressourcen sowie ethnische Konflikte haben in der Demokratischen Republik Kongo eine der schwersten humanitären Katastrophen ausgelöst. Nothelfer kommen nur schwer in die betroffenen Gebiete. Die Infrastruktur im Land ist schlecht und oft unter Kontrolle von Milizen. ECHO Flight, der humanitäre Flugdienst der EU, bringt NGO-Mitarbeiter und Waren zu den notleidenden Menschen.

Aid Zone - DR Congo

Marianne Theïs ist auf dem Weg nach Nyunzu in der Provinz Tanganyika. Sie leitet dort das Ernährungsprogramm für die NGO Premiére Urgence Internationale. Sie ist viel in der Region unterwegs, um ihre Projekte zu koordinieren.

Marianne Theïs: “Viele Gegenden sind sehr schwer zugänglich. Der ECHO-Flugdienst ermöglicht es uns, Güter und Personen und auch anderes Material sehr schnell ans Ziel zu bringen. Das betrifft vor allem Mediziner und all das, was wir für unsere Projekte benötigen.”



Seit gut 20 Jahren fliegt ECHO Flight Mitarbeiter humanitärer Organisationen dort hin, wo Hilfe sonst nicht hinkäme. Die Flotte besteht heute aus insgesamt sechs Flugzeugen, sie werden in Mali, Kenia und im Kongo eingesetzt. Sandrine Ducroix vom Europäischen Amt für humanitäre Hilfe (ECHO): “Die Flotte ist wegen gestiegenen Bedarfs gewachsen. Wir haben hier im Kongo drei Flugzeuge. ECHO Flight unterstützt sämtliche Partner-NGOs mit regelmäßigen Flügen, mit Spezialflügen, medizinischer oder sicherheitsbedingter Evakuierung, wenn die Notwendigkeit besteht.”

Nach der Ankunft in Nyuzu geht es noch mal zwei Stunden über eine schmale Dschungelpiste nach Luizi. Hier leben rund 20.000 Flüchtlinge, die vor der Gewalt zwischen Pygmäen und Bantu geflohen sind. Viele Dörfer sind abgebrannt. Marianne besucht hier eine mobile Klinik der NGO.

Marianne Theïs: “Wir haben die Klinik hier eröffnet, da hier sehr viele Flüchtlinge sind. Die Menschen werden kostenlos versorgt, speziell die Kinder unter fünf Jahren oder mangelernährte Kinder sind sehr gefährdet, sie erhalten zudem Nahrungsmittel. Jede Woche untersuchen wir an den zwei Tagen rund 200 Menschen.”

Mangelernährung und Masern sind ein häufiges Problem. Francine ist anderthalb Jahre alt. Ihre Mutter Mamba Bi Mloko kam im September hierher. Ihr Dorf ist rund 30 Kilometer entfernt. Sie schlafen unter freiem Himmel, beide sind krank.

Mamba Bi Mloko: “Zu viele Menschen kamen in meinem Dorf ums Leben, wir wurden von Pygmäen angegriffen. Mein Bruder wurde getötet. Die Zustände hier sind schlimm, aber ich habe keine andere Wahl.”


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euronews-Reporterin Monica Pinna: “Gesundheitsversorgung und Nahrungsmittellieferungen, das sind die Eckpfeiler humanitärer Hilfe. Wir haben die Arbeit einer mobilen Klinik gesehen, jetzt fliegen wir nach Südkivu um zu schauen, wie die Nahrungsmittelversorgung für Binnenflüchtlinge abläuft und die lokale Wirtschaft gestärkt wird.”

Der Flug nach Südkivu dauert rund zwei Stunden. In Kolula arbeitet Suleymane Cissoko von der NGO Acted. Zehn Tage ist er mit seinem Team da, um eine fünftägige Nahrungsmittelausgabe zu organisieren. Die Sicherheitslage in der Gegend ist angespannt.

Suleymane Cissoko: “In der Gegend hier müssen viele Menschen vor den Kämpfen zwischen Truppen, die loyal zur Regierung stehen und örtlichen Milizen fliehen. Der Zustrom von Flüchtlingen ist ungebrochen.”

Das NGO-Team flog mehrere Male nach Kolula, um die bedürftigsten Familien auszumachen, am Ende waren es 3000. Fünf Tage lang wurden Gutscheine verteilt, gut 15000 Flüchtlinge konnten sich damit hier Lebensmittel besorgen. Die Verkäufer wurden unter den lokalen Händlern ausgesucht. “Es wurden 19 Händler ausgesucht, am Anfang waren es mehr als 50,” berichtet einer der Verkäufer.

Nur kurze Zeit später gab es in Nyunzu und Kolula wieder gewalttätige Zusammenstöße. Auch die humanitären Helfer müssen sich immer wieder neu an die unterschiedlichen Bedrohungen anpassen.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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