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Südkoreanischer Korruptionsskandal: Samsung-Chef verhaftet

Die südkoreanischen Behörden haben den De-facto-Chef der Samsung-Gruppe, Lee Jae Yong, wegen Bestechungsvorwürfen in Untersuchungshaft genommen.

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Südkoreanischer Korruptionsskandal: Samsung-Chef verhaftet

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Die südkoreanischen Behörden haben den De-facto-Chef der Samsung-Gruppe, Lee Jae Yong, wegen Bestechungsvorwürfen in Untersuchungshaft genommen. Hintergrund ist der Korruptionsskandal um eine Vertraute der vorläufig entmachteten Staatspräsidentin Park Geun Hye.

Der 48-jährige Lee ist der Sohn des schwer erkrankten Aufsichtsratsvorsitzenden und leitet den mächtigsten Mischkonzern des Landes in dritter Generation.

Schon vor zwei Wochen hatten die Ermittler Haftbefehl beantragt. Nachdem sie weitere Beweise und Vorwürfe vorlegten, gab das Gericht dem zweiten Antrag nun statt. Einen Haftbefehl gegen den Chef der Samsung-Elektroniksparte, Park Sang-Jin, lehnte das Gericht aber ab.

Samsung soll umgerechnet rund 35 Millionen Euro an Unternehmen und Stiftungen einer Vertrauten der südkoreanischen Präsidentin gezahlt und dafür unter anderem politischen Beistand für die Fusion zweier Konzerntöchter im Jahr 2015 erhalten haben. Der Konzern weist die Anschuldigungen zurück.

Die Präsidentin Park Geun-hye ist wegen ihrer Rolle in dem Skandal im Zuge eines im Dezember vom Parlament eingeleiteten Amtsenthebungsverfahrens praktisch entmachtet. Über ihre Absetzung muss nun das Verfassungsgericht entscheiden.

Ihre Vertraute Choi Soon Sil ist bereits seit November vergangenen Jahres in Untersuchungshaft. Sie soll direkt von den mutmaßlichen Bestechungszahlen profitiert haben. Sie wurde per Haftbefehl gesucht, kehrte schließlich freiwillig aus dem Exil in Europa nach Südkorea zurück.