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Dank Lichtstrahl: Natürliches Öko-Label für Obst und Gemüse


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Dank Lichtstrahl: Natürliches Öko-Label für Obst und Gemüse

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Laser statt Plastik – so könnte künftig die Kennzeichnung von Obst und Gemüse aussehen. Dabei werden die Produktinformationen direkt mit einem Lichtstrahl auf die Schale tätowiert, statt das Gemüse mit einem Aufkleber zu versehen oder ganz in Plastik zu verschweißen. Natural Branding, Natürliches Labeling heißt das Konzept und wird derzeit von einer schwedischen Supermarktkette (ICA) getestet.

Peter Hägg, ICA Sweden: “Es ist eine neue Technologie. Wir haben nach einer intelligenteren Methode gesucht, um unsere Produkte zu kennzeichnen. Denn wir sind der Ansicht, dass viel zu Plastik oder anderes Verpackungsmaterial verwendet wird.”

Der zunächst auf fünf Wochen beschränkte Test begann im Dezember und wurde inzwischen bis Ende März verlängert. Süßkartoffeln und Avocados sind die ersten Versuchsobjekte für das neue Verfahren.

Das eingebrannte Lichtzeichen enthält Informationen wie Produktname, -code und Herkunftsland. Dabei werden weder Geschmack noch Haltbarkeit beeinträchtigt.

Peter Hägg, ICA Sweden: “Das Produkt wird einem natürlichen hellen Licht ausgesetzt, dabei verdampfen die Pigmente in der Schale der Frucht und hinterlassen eine Markierung. Das ist absolut geringfügig, das Licht dringt nicht durch die Schale und hat keinen Einfluss auf Qualität oder Geschmack.”

Das gemeinsam mit dem niederländischen Bio-Handelsunternehmen Nature & More durchgeführte Projekt soll deutlich machen, wie stark sich damit Verpackungsmaterialien reduzieren lassen. Allein für die bei ICA verkauften Avocados mit Lichtlabel bedeutet das 725.000 Plastikschalen und -folien weniger. Damit werden immerhin über 200 km Plastikfolie eingespart – umgerechnet etwa 2000 kg Plastik.

Peter Hägg, ICA Sweden: “Es gibt natürlich Gründe, die für Kunststoffverpackungen sprechen, sie verlängern die Haltbarkeit bestimmter Produkte, sind also nicht unser Feind. Aber bei anderen Produkten sind sie völlig unnötig, weil sie die Haltbarkeit nicht verbessern und noch dazu für Mehrkosten sorgen.”

Das natürliche Label soll im Verlauf des Jahres auf Obst und Gemüse mit essbarer Schale, beispielsweise Äpfel, ausgeweitet werden, um die Reaktion der schwedischen Kunden zu testen. Der erste Kontakt ist eher positiv.

“Ich sehe das gerade zum ersten Mal, aber wenn das eine nachhaltige Alternative ist, bin ich dafür’, sagt ein junger Supermarktkunde. Ein Frau fügt hinzu: “Ich habe zwei Kinder, das ist also sehr wichtig für mich. Ich halte immer nach den richtigen Produkten Ausschau und denke an die Umwelt. Das ist also perfekt für uns.”

Die Anbieter glauben, dass das Label auch der Lebensmittelverschwendung entgegenwirkt, weil die Produkte lose angeboten werden können. Damit hätte der Kunde die Möglichkeit, nur so viel zu kaufen, wie er wirklich braucht.

Umweltschützer wie Kierra Box von Friends of the Earth unterstützen das Projekt: “Wir wissen, dass im Verlauf der Produktionskette eine riesige Abfallmenge entsteht, bevor wir die Verpackungen im Regal sehen. Wir wissen auch, dass sich Hersteller und Vertreiber um eine Reduzierung bemühen. Aber Null Müll erreichen wir nur, wenn wir auf Verpackungen umsteigen, die natürlich und biologisch abbaubar sind – und die nicht direkt nach dem Kauf auf der Müllhalde landen.”

Ein Umdenken ist sicherlich notwendig. Denn ein weiterer wichtiger Grund für verpacktes Obst und Gemüse ist ganz einfach die Gewohnheit: Viele Konsumenten wollen es so, weil es ihnen den Eindruck gibt, das Produkt sei frisch und unberührt.

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