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Was tun gegen Fluglärm und Kerosin-Emissionen?


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Was tun gegen Fluglärm und Kerosin-Emissionen?

Der Luftverkehr ist weltweit für etwa zwei Prozent des Kohlendioxidausstoßes verantwortlich. Ein weiteres großes Problem ist die Lärmbelastung durch die Flugzeuge – vor allem beim Starten und Landen. Passagierflugzeuge sind zwar heute im Schnitt 75 Prozent leiser als vor dreißig Jahren, doch dies wird durch die massive Zunahme des Flugverkehrs wieder relativiert. Was tun?

Paolo De Forza, Umweltmanager der Betreibergesellschaft des Flughafens Bergamo bei Mailand: “Erstens: Die Maschinen voll auslasten. Damit werden mehr Passagiere befördert, ohne dass mehr Flüge nötig sind. Zweitens muss die Flotte modernisiert werden. Und drittens die ‘noise abatement procedures’, lärmmindernde Verfahren, das heißt, der Luftverkehr wird in bestimmten Routen kanalisiert, vor allem über dünn besiedelte Gebiete geleitet, und so lässt sich die Lärmbelastung mindern.”



Wie andere Flughäfen misst der Flughafen Bergamo in der Nachbarschaft seiner Start- und Landezonen mit hohen Masten, an denen Mikrophone angebracht sind, die Lärmbelastung. Anhand der Messdaten werden dann die Flugrouten bei Starts und Landungen so berechnet, dass sie möglichst anwohnerschonend sind. Zu dieser Messung sind in Deutschland zum Beispiel die Flughäfen verpflichtet. Sie dient auch zur Dokumentation, etwa bei Beschwerden und bei der Berechnung von Start- und Landeentgelten.

De Forza: “Wir analysieren täglich und monatlich die Daten, um die nötigen Indikatoren für die Lärmbelastung zu haben und das Problem mit den örtlichen Behörden beraten zu können, um Lösungen zu finden.”

Eine lärm- und auch emissionsärmere Start- und Landetechnik ist außerdem der kontinuierliche Steig- und Sinkflug (continuous climb and descent operations), den die europäische Luftkontrollbehörde Eurocontrol an Europas Flughäfen durchzusetzen versucht.



Kooperation tut Not, wenn man den Flugverkehr umweltschonender gestalten will. Deshalb hat Eurocontrol das Konzept des Collaborative environmental Management, des gemeinschaftlichen Umweltmanagements eingeführt: Alle Beteiligten setzen sich an einen Tisch, um Lösungsen zu suchen, die auf die Bedingungen des jeweiligen Standorts abgestimmt sind. Eurocontrol hilft auch bei der Ermittlung des ökologischen Fußabdrucks des Luftverkehrs, indem es Daten und Bewertungsinstrumente zur Verfügung stellt.

Sharon Mahony, Expertin für gemeinschaftliches Umweltmanagement bei Eurocontrol: “Die Fluggesellschaften, Luftraumkontrolleure, Flughafenbetreiber und andere Akteure an einen Tisch zu bringen, in einer Atmosphäre, die nicht von Konkurrenz geprägt ist – das ist sehr wichtig. Man erzielt Konsens und kann Lösungen suchen, bei denen alle kooperieren.”



Nächste Schritte sind, wie von der UN-Luftfahrtorganisation diskutiert, Biotreibstoffe, neuartige Antriebe und der Handel mit Emissionsrechten für Fluggesellschaften. Und vielleicht gelegentlich eine Bahnfahrt statt zu fliegen?

Unterstützt von Eurocontrol

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