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Bosnien will Serbien erneut für Kriegsverbrechen verantwortlich machen


Niederlande

Bosnien will Serbien erneut für Kriegsverbrechen verantwortlich machen

Bosnien lässt erneut prüfen, ob Serbien für Kriegsverbrechen auf bosnischem Boden im Bürgerkrieg der neunziger Jahre verantwortlich war.

Damit geht es gegen ein zehn Jahre altes Urteil des Internationalen Gerichtshofs im niederländischen Den Haag vor, kurz vor Ablauf der Einspruchsfrist.

Das Gericht hatte Serbien von direkter Verantwortung für Geschehnisse wie in dem Ort Srebrenica freigesprochen – allerdings zu wenig zu ihrer Verhinderung getan.

Man wolle in einem neuen Verfahren die Wahrheit herausfinden, sagt Bakir Izetbegović, der Vertreter der bosnischen Moslems im Staatspräsidium. Es gehe um die Verantwortung der damaligen serbischen Regierung.

Zu dem Präsidium gehören auch ein Vertreter der kroatischstämmigen und einer der serbischstämmigen Bevölkerungsgruppe in Bosnien.

Dieser sagt, man müsse nach vorn sehen. Worauf man sich nicht einigen könne, so Mladen Ivanić, das müsse man hinter sich lassen.

Das Blutbad von Srebrenica wurde von den Richtern damals als einziges Ereignis als Völkermord eingestuft

1995 wurden dort bis zu achttausend moslemische Jungen und Männer von bosnisch-serbischen Kämpfern umgebracht.

Bosnien ist wegen des tiefen Streits seiner drei Völker seit vielen Jahren praktisch blockiert.

Moslems bilden die knappe Mehrheit der dreieinhalb Millionen Einwohner. Sie wollen einen starken Zentralstaat errichten.

Die Serben stellen ein Drittel der Bevölkerung und streben nach Abspaltung ihrer Landeshälfte.

Die Kroaten machen fünfzehn Prozent aller Staatsbürger aus und streben ihre Autonomie innerhalb Bosniens sowie eine engere Verknüpfung mit der Nachbarrepublik Kroatien an.

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