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Im hohen Alter zum Sieg: Super-G in Kvitfjell


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Im hohen Alter zum Sieg: Super-G in Kvitfjell

Ski Alpin ist immer wieder ein Erlebnis, das zeigt auch der Super-G im norwegischen Kvitfjell. Das Durchschnittsalter der Sieger: 35. Für den Italiener Peter Fill war es der erste Sieg in der Disziplin. Besser spät als nie.

Dem Südtiroler Fill gelang die beste Fahrt in Nowegen. Der Vizeweltmeister im Super-G 2009 wurde schon als heißer Weltmeisterkandidat in der Abfahrt gehandelt. Nach einer guten Saison im vergangenen Jahr mit einem dritten Platz im Super-G in Lake Louis setzte er sich in Kvitfjell jetzt mit einer Minute 32.93 an die Spitze, nur zehn Hundertstel Vorsprung vor dem Zweitplatzierten.

Der Zweite auf dem Podest war der Österreicher Hannes Reichelt. Nur ganz knapp schrammte der fünfmalige österreichische Staatsmeister und Weltmeister von 2015 am ersten Platz vorbei. Die deutschen Skifahrer Andreas Sander, Josef Ferstl und Thomas Dreßen landeten dagegen abgeschlagen auf dem 14. Punkterang abwärts. Dreßen verpasste die Qualifikation für den letzten Super-G beim Weltcup-Finale.

Für den Norweger Kjetil Jansrud war es in Kvitfjell ein Heimspiel: Er nahm zum zweiten Mal in seiner Karriere die Kristallkugel im Super-G mit nach Hause. Dafür reichte ihm im vorletzten Weltcup-Rennen in dieser Disziplin Rang sieben. In der Tabelle liegt er mit 126 Punkten Vorsprung auf Platz Eins und komfortabel vor seinem Landsmann Aleksander Kilde.

Wikingerblut oder doch nur Glück?

Auch wenn Aksel Lund Svindal bis Ende der Saison verletzt ist, sind drei Norweger an der Spitze: Kjetil Jansrud, Henrik Kristoffersen und Aleksander Aamodt Kilde. Wir haben die französischen Skifahrer Guillermo Fayed und Adrien Théaux gefragt, warum die Angriffe der Wikinger so erfolgreich sind, vor allem, wenn es um Geschwindigkeit geht.

Guillermo Fayed: “Ich glaube, das ist kein Geheimnis: Sie haben gutes Material und eine gute technische Basis. Aksel hat es im Riesenslalom schon oft aufs Podium geschaft. Über Kjetil macht man sich gerne lustig, aber im Slalom versteht er keinen Spaß. Er ist mindestens 60 mal beim Weltcup im Slalom gestartet. Diese Leute waren sehr vielseitig, als sie jung waren. Und sie geben alles für die Geschwindigkeit.” Adrien Théaux: “Vielleicht, weil in ihren Adern wirklich noch ein bisschen Wikingerblut fließt. Sie sind aber auch nicht unbesiegbar. Es stimmt, dass sie ein starkes Team sind, sie haben den jungen Kilde, der die Kristallkugel im Supger-G vergangenes Jahr gewonnen hat. Außerdem sind sie ein sehr kleines Team. Sie haben viele Mittel und sie setzen sie alle für dieses kleine Team ein. Das ist ihre Strategie, und die geht auf. Sie haben auch eine gute Technik. Kristoffersen ist sehr gut im Slalom und im Riesenslalom. Aber das sind auch nur Menschen. Sie haben auch kleine Momente der Schwäche. Da ist es an uns, das zu nutzen und vorbeizuziehen.”

Schiffrin siegt im Wallis

Bei den Frauen hat die Amerikanerin Mikaela Schiffrin ihre erste Alpine Kombination gewonnen. Ilka Stuhec belege den dritten Platz in Crans-Montana und konnte die Kristallkugel mitnehmen.

Das Wallis hat in der Vergangenheit vor allem den Schweizer Skifahrern immer wieder Glück gebracht: Die haben dort acht von zehn möglichen Titeln während der Weltmeisterschaften 1987 geholt.

Symbolhaft: Die Abfahrt der Männer. Vier Schweizer unter den ersten Vier, viel mehr geht nicht. Aber ganz oben auf dem Podest stand einer, von dem man es vielleicht nicht erwartet hätte: Mit knapp 30 Jahren siegte Peter Müller über Pirmin Zurbriggen mit 33 Hundertsteln Vorsprung. Eine Bestätigung für jemanden, der 19 Weltcup-Abfahrten gewonnen hat, der aber immer auf die Ehrenplätze verwiesen wurde, wenn es um die Goldmedaillen, zum Beispiel bei den Olympischen Spielen, ging.

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