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Oscar 2017: Mehr Vielfalt und eine peinliche Panne


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Oscar 2017: Mehr Vielfalt und eine peinliche Panne

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Mit einer außergewöhnlichen Oscar-Verleihung hatten alle gerechnet, allerdings nicht, dass eine derart peinliche Panne passieren würde: Das Musical “La La Land” wurde irrtümlicherweise als bester Film ausgerufen. Als sich die Produzenten bereits bedankten, wurde der Irrtum korrigiert. Das Drama “Moonlight” ist der diesjährige Oscar-Gewinner, was letztlich viele bereits im Vorfeld vorausgesagt hatten. In diesem Jahr wurden mehr schwarze Darsteller berücksichtigt denn je. Auch das Thema Diskriminierung war in mehreren Filmen präsent. Über den Irrtum und andere Highlights der 98. Oscar-Verleihung sprachen wir mit Marci Gonzalez vom US-Fernsehsender ABC News.

Lise Pedersen, euronews:
“Hallo Marci, und Danke, dass Sie aus dem Dolby Theatre mit dabei sind. “Moonlight” ist der große Sieger. Bedeutet das das Ende der “weißgewaschenen” Oscars, der “#OscarsSoWhite”?”

Marci Gonzalez, ABC News:
“Das ist, was die Leute schon bei den Nominierungen sagten. In den vergangenen zwei Jahren wurden in den Schauspielerkategorien nur weiße Kandidaten berücksichtigt. In diesem Jahr spiegelten sieben der Nominierten ethnische Vielfalt wieder. Schon das wurde allerseits als ein Schritt in die richtige Richtung gewertet.
Aber dass “Moonlight” den Oscar für den Besten Film, Viola Davis den für die Beste Nebendarstellerin und Mahershala Ali den für den Besten Nebendarsteller gewonnen hat, stellt klar, dass die “#OscarsSoWhite”-Kontroverse ein Ende hat. Die US-Film-Akademie arbeitet immer noch daran, die Vielfalt zu steigern, mehr Vertreter ethnischer Minderheiten und Frauen aufzunehmen. Und ihre Stimmen werden in Zukunft für noch vielfältigere Filme sorgen.”

euronews:
“Marci, Sie waren mit dabei. Können Sie uns mehr über das dramatische Ende der Zeremonie bei der Bekanntgabe des besten Films sagen. Was ist da passiert?”

Marci Gonzalez:
“Ja, das war eine Riesenverwechslung. “La La Land” war in aller Munde in diesem Jahr mit 14 Nominierungen, eines der besten Ergebnisse. Deswegen haben sie”‘La La Land” als besten Film angekündigt. Das gesamte Filmteam ging auf die Bühne und begann bereits mit den Dankesreden. Und dann merkten sie, dass es ein Irrtum war und zeigten die richtige Gewinnerkarte, auf der “Moonlight” stand. Der gesamte Saal hielt den Atem an. Niemand wollte eine Verwechslung für möglich halten. Das “La La Land”-Team musst die Bühne wieder verlassen, und wurde durch das “Moonlight”-Team abgelöst. Sie waren völlig geplättet und fragen sich wahrscheinlich immer noch, wie das passieren konnte.”

euronews:
“Damien Chazelle wurde für “La La Land” als Bester Regisseur ausgezeichnet. Die Akademie wollte also den Film ehren, der seinerseits Hollywood die Ehre erweist?”

Marci Gonzalez:
“Unbedingt! Der Film war für 14 Oscars nominiert und hat sechs davon erhalten. Es war eine große Nacht für Damien Chazelle. Er ist damit der jüngste Gewinner des Regie-Oscars. Es war eine großartige Nacht für ihn und für “La La Land”, wie erwartet. Nur den Hauptpreis konnten sie nicht mit nach Hause nehmen.”

euronews:
“Der Auslands-Oscar schließlich ging an den iranischen Film “The Salesman”, dessen Regisseur Asghar Farhadi die Zeremonie aus Protest gegen den von Präsident Trump verhängten Einreisebann boykottierte. Auch das hat es noch nie gegeben?”

Marci Gonzalez: “Ganz genau. Und die Erklärung, die im Namen dieses Films verlesen wurde, stellte Trumps Einwanderungspolitik an den Pranger. Es gab also einige politische Momente während der Zeremonie, wie erwartet. Ein anderer war, als sich einer der Teilnehmer, (Anm. d. R.: Gabriel Garcia Bernal), gegen den Bau von Mauern aussprach, ebenfalls eine Kritik an Trumps Politik. Aber ansonsten war es nicht so politisch, wie manche gedacht hätten. Abgesehen natürlich von Moderator Jimmy Kimmel, der einige Witze über Präsident Trump vom Stapel ließ und ihn sogar während der Show antwitterte.”

Lise Pedersen, euronews:
“Herzlichen Dank, Marci. Das was Marci Gonzalez von ABC news Live auf dem Dolby Theatre in Los Angeles.”

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