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Trotz Verwechslung: "Moonlight" ist der diesjährige Oscar-Sieger

Auch wenn Faye Dunaway und Warren Beatty zunächst das Musical “La La Land” zum besten Film des Jahres kürten, “Moonlight” ist der diesjährige Oscar-Sieger. Bei der Preisverleihung kam es wegen einer Verwechslung der Umschläge mit den Siegernamen zur Riesenpanne. Erst als sich die “La La Land”-Produzenten auf der Bühne bedanken wollten, merkten sie den Fehler und überließen dem “Moonlight”-Team den Platz.

Regisseur Barry Jenkins, noch sichtlich unter Verwechslungsschock, bedankte sich bei seinem Drehteam und allen Menschen im Raum, die diese Wahl möglich gemacht hätten.

“Moonlight”

“Moonlight” erzählt in drei Kapiteln vom schwierigen Erwachsenwerden eines jungen, schwulen Afroamerikaners. Das Independent-Drama gewann drei von acht möglichen Auszeichnungen: Bester Film, bester Nebendarsteller und bestes adaptiertes Drehbuch. Vorlage war das Theaterstück “In Moonlight Black Boys Look Blue” von Tarell Alvin McCraney.

Barry Jenkins: “Offensichtlich haben sich genügend Mitglieder der Akademie in diesem Film wiedererkannt, um ihn mit dem Oscar zu ehren. Das ist bewegend. Denn es geht um Menschen am Rande der Gesellschaft. Die Entscheidung, ihre Geschichte ins Zentrum rücken, ist ein Zeichen der Anerkennung, dass es viele verschiedene Amerikas gibt.”

“La La Land”

Trotz der Verwechslungspanne war es auch für “La La Land” ein erfolgreicher Abend. Das 14 Mal nominierte Musical wurde erhielt sechs Oscars, auch den für die beste Regie. Damien Chazelle ist mit 32 Jahren der jüngste Preisträger in dieser Kategorie.

Auch Hauptdarstellerin Emma Stone erhielt den begehrten Goldjungen und stach damit Konkurrentinnen wie Meryl Streep und Isabelle Huppert aus, ihr erster Oscar – wohl verdient. In “La La Land” spielt sie eine junge Schauspielerin in Los Angeles , die vom großen Durchbruch träumt und sich in einen ebenso ehrgeizigen wie eigenwilligen Jazzmusiker verliebt. Der Streifen erinnert mit viel Tanz und Gesang an die Glanzzeiten des Musicalfilms

“Manchester by the Sea”

Zum besten Schauspieler wurde Casey Affleck gekürt für seine Darbietung in dem Drama “Manchester by the Sea” von Kenneth Lonergan. Er spielt einen Mann, der nach langer Abwesenheit in seine Heimatstadt zurückkehrt, um die Vormundschaft für seinen Neffen zu übernehmen. Dabei werden traumatische Erinnerungen wach. Kenneth Lonergan erhielt außerdem den Oscar für das Beste Originaldrehbuch.

“The Salesman”

Der Auslands-Oscar ging an den iranischen Film “The Salesman” von Asghar Farhadi , der aus Protest gegen die Einwanderungspolitik von US-Präsident Trump der Preisgala fernblieb. Seinen Oscar nahmen die US-iranische Unternehmerin und Weltraumtouristin Anousheh Ansari und der ehemalige Nasa-Wissenschaftler Firouz Naderi entgegen.

Ansari verlas folgende Erklärung in Farhadis Namen: Wer die Welt in Kategorien von “Wir” und “unsere Feinde” einteilt, schafft Angst – eine hinterhältige Rechtfertigung für Aggression und Krieg. Filmemacher können Stereotype über verschiedene Nationalitäten und Religionen aufbrechen. Sie erzeugen Empathie zwischen uns und anderen. Eine Empathie, die wir heute mehr brauchen denn je.”

Der Film handelt von einem Paar in einer Ausnahmesituation: Nachdem die Ehefrau brutal überfallen wurde, macht sich ihr Mann selbst auf die Suche nach dem Täter. Bereits 2012 hatte Farhadi für das Scheidungsdrama “Nader und Simin “ den Auslands-Oscar gewonnen.

Zu den Bewerbern um den Auslands-Oscar gehörte auch der deutsche Hoffnungsträger “Toni Erdamnn”, der jedoch leer ausging.

Die Preisträger:

Bester Film
Moonlight – Produktion: Adele Romanski, Dede Gardner und Jeremy Kleiner

Beste Regie
Damien Chazelle – La La Land

Bester Hauptdarsteller
Casey Affleck – Manchester by the Sea

Beste Hauptdarstellerin
Emma Stone – La La Land

Bester Nebendarsteller
Mahershala Ali – Moonlight

Beste Nebendarstellerin
Viola Davis – Fences

Bestes adaptiertes Drehbuch
Barry Jenkins (Drehbuch), Tarell Alvin McCraney (Story) – Moonlight

Bestes Originaldrehbuch
Kenneth Lonergan – Manchester by the Sea

Beste Kamera
Linus Sandgren – La La Land

Bestes Szenenbild
David Wasco und Sandy Reynolds-Wasco – La La Land

Bestes Kostümdesign
Colleen Atwood – Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (Fantastic Beasts and Where to Find Them)

Beste Filmmusik
Justin Hurwitz – La La Land

Bester Filmsong
„City of Stars“ aus La La Land – Musik: Justin Hurwitz, Text: Benj Pasek und Justin Paul

Bestes Make-up und beste Frisuren
Alessandro Bertolazzi, Giorgio Gregorini und Christopher Nelson – Suicide Squad

Bester Schnitt
John Gilbert – Hacksaw Ridge – Die Entscheidung (Hacksaw Ridge)

Bester Ton
Kevin O’Connell, Andy Wright, Robert Mackenzie und Peter Grace – Hacksaw Ridge – Die Entscheidung (Hacksaw Ridge)

Bester Tonschnitt
Sylvain Bellemare – Arrival

Beste visuelle Effekte
Robert Legato, Adam Valdez, Andrew R. Jones und Dan Lemmon – The Jungle Book

Bester Animationsfilm
Zoomania (Zootopia) – Byron Howard, Rich Moore und Clark Spencer

Bester animierter Kurzfilm
Piper – Alan Barillaro und Marc Sondheimer

Bester Kurzfilm
Sing – Kristof Deák und Anna Udvardy

Bester Dokumentarfilm
O.J.: Made in America – Ezra Edelman und Caroline Waterlow

Bester Dokumentar-Kurzfilm
The White Helmets – Orlando von Einsiedel und Joanna Natasegara

Bester fremdsprachiger Film
The Salesman (فروشنده, Forushande), Iran (Regie: Asghar Farhadi)

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