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"Die Welt"-Korrespondent Deniz Yücel muss in türkische Untersuchungshaft


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"Die Welt"-Korrespondent Deniz Yücel muss in türkische Untersuchungshaft

Der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel muss in der Türkei in Untersuchungshaft. Der 43-jährige Korrespondent der Tageszeitung “Die Welt” war zuvor bereits zwei Wochen lang in Polizeigewahrsam. Der Haftrichter gab nun einem Antrag der Staatsanwaltschaft statt. Es ist in der Regierungszeit der AKP das erste Mal, dass ein deutscher Korrespondent der in der Türkei in Haft genommen wurde.

Yücel hatte unter anderem von Hackern erbeutete und veröffentlichte Emails des Energieministers berichet, einem Schwiegersohn des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Yücel wird nun Propaganda für eine terroristische Vereinigung und Aufwiegelung der Bevölkerung vorgeworfen, so der CHP-Abgeordnete Baris Yarkadas: “Die Verhaftung Deniz Yücels ist ein Schlag für die Meinungsfreiheit. Deniz Yucel ist nicht weggelaufen. Er ging mit seinen Anwälten zur Polizeistation und stellte sich nach dem Haftbefehl persönlich.”

Der Fall sorgt für Spannungen zwischen Berlin und Ankara. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Sigmar Gabriel zeigten sich erschüttert vom harten Vorgehen gegen Yücel.

“Aus unserer Sicht hat es keinen Anlass gegeben, ihm so lange die Freiheit zu entziehen”, sagte Gabriel. “Wir setzen jetzt darauf, dass die Entscheidung, die jetzt gefällt werden kann, im Einklang mit der Pressefreiheit steht und Herrn Yücel eine schnelle Möglichkeit gibt, wieder in die Freiheit zurückzukehren.”

In Deutschland demonstrierten Unterstützer für eine Freilassung Yücels, nicht nur in seiner Heimatstadt Flörsheim, auch in Berlin. Für Dienstag waren in mehreren deutschen Städten Autokorsos und Kundgebungen angekündigt.

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