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Großbritannien beginnt historische Untersuchung zu Kindesmissbrauch


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Großbritannien beginnt historische Untersuchung zu Kindesmissbrauch

In Großbritannien hat eine breitangelegte Untersuchung zu sexuellem Missbrauch von Kindern seit der Nachkriegszeit begonnen. Aufgearbeitet werden sollen das Ausmaß, die Umstände und die Gründe für das Ausbleiben von Aufklärung. Beobachter erwarten, dass die Untersuchung mehrere Jahre dauern wird.

Im Zentrum der Untersuchung stehen Behörden sowie öffentliche und private Institutionen wie Heime oder Kirchen, in denen Fälle systematischen Missbrauchs bekannt wurden. Sie erstreckt sich auf Skandale in Großbritannien und ehemaligen Kolonien wie Australien, Kanada und Rhodesien, dem heutigen Zimbabwe.

Angesetzt hatte die Untersuchung die damalige Innenministerin Theresa May infolge des Skandals um den vielfachen Kindesmissbrauch durch den verstorbenen BBC-Moderator Jimmy Savile.

Nach drei Jahren Vorbereitungs- und Recherzeit mit vielen organisatorischen und politischen Problemen am Montag die Anhörungen von Zeugen. Darunter sind auch Betroffene, die etwa als Waisen nach Australien gebracht wurden. Aufgrund des hohen Alters der Betroffenen beginnt die Aufarbeitung bei weiter zurück liegenden Fällen in den 40er Jahren.

“Ich habe geschätzt, dass über 60 Prozent der Kinder in Fairbridge sexuell missbraucht wurden”, so Zeuge David Hill zu einer Heim in Australien. “Und wenn man sich die Zustände ansieht, die in anderen Institutionen für Kindermigranten herrschten, dann wäre ich erstaunt, wenn die Zahl in einigen Heimen für katholische Jungen in Westaustralien nicht genauso hoch oder höher war.”

Anwältin Aswini Weereratne erklärte, die inzwischen international organisierten Betroffenen würden aussagen, an Orte geschickt worden zu sein, die man Arbeitslager nennen müsse, wo sie hungerten, geschlagen, auf verachtenswerte Weise missbraucht und von Familie und Heimatland abgeschnitten worden seien.

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