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Israel: Räumung von neun Siedlerhäusern in Ofra


Westjordanland

Israel: Räumung von neun Siedlerhäusern in Ofra

Im Westjordanland ist mit der Räumung von neun Häusern in der israelischen Siedlung Ofra begonnen worden. Hunderte Polizisten und Grenzsoldaten waren im Einsatz. Ein 17-Jähriger wurde nach einem Angriff auf die Einsatzkräfte festgenommen. Acht Familien hatten ihr Heim bereits freiwillig verlassen. Israels Höchstes Gericht hatte die Zerstörung der neun Häuser bis zum 5. März angeordnet, weil sie auf palästinensischem Privatland errichtet wurden. Das Gericht lehnte eine Petition ab, die Häuser nur zu versiegeln und nicht zu zerstören.

“Es ist nicht richtig, was hier getan wird, die Zerstörung dieser Häuser im Zentrum einer jüdischen Stadt, im Zentrum einer besiedelten Stadt, die vor 42 Jahren gegründet wurde”, sagt Eliana Passentin, Direktorin beim Mateh Binyamin Regionalrat.

“Es ist eine Schande, dass dieser Tag gekommen ist, er hätte auf so viele Weisen verhindert werden können. Er wurde nicht verhindert, jetzt ist er da, und es wird ein sehr schwieriger Tag”, so Tamar Eldar, Besitzerin eines der geräumten Häuser.

Anfang Februar war die nahe gelegene wilde Siedlung Amona unter teilweise heftigem Widerstand geräumt worden. Am 6. Februar billigte Israels Parlament ein umstrittenes Gesetz zur Legalisierung wilder Siedlungen, die auf palästinensischem Privatland errichtet wurden. Dies betrifft jedoch nicht die Häuser in Ofra.

Mehr Infos: Rund 600 000 Israelis leben in mehr als 200 Siedlungen im Westjordanland und in Ost-Jerusalem. Israel unterscheidet zwischen Siedlungen, die mit Genehmigung der Regierung entstanden, und wilden Außenposten, die durch das Gesetz rückwirkend legalisiert werden sollen. Aus internationaler Sicht sind alle Siedlungen illegal. Sie gelten als Hindernis für eine Friedensregelung mit den Palästinensern.

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