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Vermeer und die Meister der Genremalerei

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Vermeer und die Meister der Genremalerei

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Nach mehr als 50 Jahren widmet der Pariser Louvre erstmals wieder dem niederländischen Maler Jan Vermeer eine Ausstellung, die 12 seiner Werke mit denen seiner Zeitgenossen vergleicht.

Nach mehr als 50 Jahren widmet sich der Pariser Louvre erstmals wieder dem niederländischen Maler Jan Vermeer. Mehr als 50 Werke präsentiert die Schau “Vermeer und die Meister der Genremalerei”. Zwölf davon stammen aus der Hand des Meisters, ein Ereignis, denn dem Künstler werden insgesamt bislang nur 37 Werke zugewiesen. Die Gemälde stehen im Dialog mit Werken bedeutender Zeitgenossen wie Gérard Dou, Jan Steen und Pieter de Hooch.

Meinung

Er hat ein Gespür für Psychologie. Die Stimmung, die bei Vermeer herrscht, finden Sie auf keinem anderen Gemälde.

Blaise Ducos Kurator

Blaise Ducos, Kurator: “Die Genremalerei ist eine Kunstform, die sich der Darstellung von Alltagsszenen widmet, etwa dem Musizieren, aber natürlich auf eine inszenierte, auf gewisse Weise theatralische Weise. Es ist wie eine Komödie, aber nicht zum Lachen, es geht um den raffinierten Geschmack einer Epoche.”

Zu den Highlights der Schau gehören “Die Dienstmagd mit Milchkrug” und “Junge Frau am Virginal”. Im Vergleich mit seinen Zeitgenossen wird deutlich: Vermeer war der unbestrittene Meister des Lichts, ließ sich aber auch von den Kompositionen der anderen inspirieren.

Blaise Ducos, Kurator: “Seine Themen sind sehr klassisch, Musizieren, Spitzen klöppeln, das gab es vorher auch. Aber er verwandelt, interpretiert, setzt seine Sujets auf ein Podest. Und er hat ein Gespür für Psychologie. Die Stimmung, die bei Vermeer herrscht, finden Sie auf keinem anderen Gemälde.”

In der Schau befindet sich auch der einzige Vermeer aus der privaten Leiden-Sammlung, eine der größten weltweit für holländische Malerei. Ein Teil dieser Sammlung wird unter dem Titel “Meisterwerke der Leiden-Sammlung” zeitgleich im Louvre gezeigt. Beide Ausstellungen dauern bis zum 22. Mai.