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Druck auf Fillon wird stärker

Am Donnerstagmorgen durchsuchten Ermittler seine Pariser Wohnung. Eine wachsende Zahl von Politikern seiner Republikaner-Partei geht auf Distanz und fordert ihn zum Rückzug auf.

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Der Druck auf den angeschlagenen französischen Präsidentschaftskandidaten François Fillon wird stärker. Am Donnerstagmorgen durchsuchten Ermittler seine Pariser Wohnung. Dem Konservativen droht wegen des Verdachts einer Scheinbeschäftigung seiner Frau auf Parlamentskosten ein Ermittlungsverfahren. Fillon bleibt trotz allem entschlossen, seine Präsidentschaftskandidatur weiterzuverfolgen.

“Rund um die Uhr arbeitet das Mahlwerk, die Nachrichtenmaschine, die Gerüchtemaschine. Ich aber sage Ihnen, dass ich nicht beabsichtige aufzugeben”, sagte Fillon auf einer Kundgebung in Nimes am Donnerstagabend.





Eine wachsende Zahl von Politikern seiner Republikaner-Partei ging auf Distanz zu Fillon und forderte ihn zum Rückzug auf. Nach dem früheren Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire, legte auch der Schatzmeister seiner Wahlkampagne, Gilles Boyer, sein Amt nieder. Die Zeitung «Libération» zählte bis Donnerstagabend 56 Politiker der Republikaner-Partei und ihrer Verbündeten, die sich offiziell von Fillon distanziert haben.

Dem Vernehmen nach wollen Teile der Republikaner den ehemaligen Premierminister Alain Juppé, der gegen Fillon in der Vorwahl unterlegen war, zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner machen. Ex-Präsident Nicolas Sarkozy soll sich gegen diesen Plan ausgesprochen haben. Juppé hat wiederholt erklärt, er stehe für eine Kandidatur nicht zur Verfügung. Die Nominierungsfrist endet am 17. März.

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