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Vom Regen in die Traufe: Frankreich vor der Präsidentschaftswahl


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Vom Regen in die Traufe: Frankreich vor der Präsidentschaftswahl

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Skandale, Ermittlungen und Negativschlagzeilen: So startet Frankreich in die erste Runde der Präsidentschaftswahlen in weniger als zwei Monaten.

Der Wahlkampf wird überschattet von Justizaffären rechter und rechtskonservativer Parteien. Der Fokus liegt kaum auf politische Programmen und Politikverdrossenheit zeichnet sich bei den Franzosen ab. Sie wissen nicht, für wen sie stimmen sollen.

Guy Lacombe aus Paris sagt:
“Ich weiß nicht mehr, wen ich wählen soll. Ich wohne im Ausland, bin Franzose und diese Situation ist mir peinlich. Wir machen uns zum Gespött der Welt, mit einer Linken die sich nicht positionieren kann und einer Rechten, die in ihren Verwicklungen feststeckt.”

Apropos Verwicklungen: Die Rede ist vom konservativen Kandidaten François Fillon. Trotz seiner Vorladung vor Gericht und der Anschuldigung, seine Familie mit Pseudo-Jobs versorgt zu haben, will er weiterhin Frankreichs Präsident werden.

Der auch “Penelope-gate”-Skandal genannte Fall wurde bekannt, nachdem die Satire-Zeitung Le Canard Enchainé berichtet hatte, dass Fillon seine Frau auf Parlamentskosten angestellt hatte. Sie soll rund 800.000 Euro verdient haben.

Ob sie tatsächlich gearbeitet hat, ist unklar. Fillon meint, dass Medien und Justiz voreingenommen seien und eine Hexenjagd veranstalteten.

François Fillon: “Ich werde nicht nachgeben, ich werde nicht aufgeben und mich zurückziehen. Ich werde bis zum Ende kämpfen, denn es geht um die Demokratie.”

Marine Le Pen twitterte dazu: “Von Anfang an war das Verhalten von François #Fillon ungereimt. Er kann weder einen Wahlkampf führen, noch über Inhalte reden.”

Wiederholt hat Marine Le Pen Fillon angegriffen, doch nun muss sie sich selbst vor Gericht verantworten. Gegen Le Pen wird bereits wegen des Missbrauchs von EU-Geldern ermittelt. Bisher hatte Le Pen es abgelehnt, sich von der Polizei vernehmen zu lassen. Das ging, da sie als EU-Parlamentarierin das Recht auf Immunität hat. Ein Recht, das das EU-Parlament nun teilweise gegen sie aufgehoben hat.

Mindestens drei weitere Front National-Mitarbeiter wie Thierry Legier müssen sich ebenfalls vor Gericht verantworten. Le Pen weist, ähnlich wie Fillon, alle Schuld von sich. Alle Anschuldigungen dienten nur dazu, ihrer Kampagne zu schaden.

Davon profitiert der dritte Kandidat: Emmanuel Macron von “En Marche” (auf deutsch etwas “in Bewegung”). Während Macron die Internationale Agrarausstellung in Paris besucht, zeigen die jüngsten Umfragen, dass der unabhängige Kandidat und frühere Wirtschaftsminister stark aufgeholt hat, und die derzeit in Umfragen führende Le Pen ablösen könnte.

Auf Twitter stellt Macron Teile seines Wahlprogramms vor:

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