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CERN: Ideen wie Teilchen aufeinander treffen lassen


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CERN: Ideen wie Teilchen aufeinander treffen lassen

Am CERN, der Europäischen Organisation für Kernforschung, oder auch: Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire, versuchen Forscher, den Gesetzmäßigkeiten des Universums auf die Spur zu kommen.

Für Teilchenphysiker ist das CERN ein Paradies: Das Labor besitzt den weltweit leistungsstärksten Teilchenbeschleuniger, mit dem die Forscher versuchen, Antworten auf fundamentale Fragen des Weltalls zu finden. Der Large Hadron Collider bringt die kleinsten Bestandteile der Materie, die sogenannten Elementarteilchen, in Schwung: Sie werden auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und in einer Ringbahn aufeinander gejagt. Was bei den Kollisionen passiert, ist Bestandteil der Forschung. Mehr als 11.000 Wissenschaftler aus aller Welt forschen in verschiedenen Projekten.

LunchCollider: Blind Date für Wissenschaftler

Da ist es nicht überraschend, sich nicht oder nur flüchtig zu kennen. Aus diesem Grund hat eine Forschergruppe den sogenannten LunchCollider ins Leben gerufen. Dabei sollen sich Wissenschaftler während einer gemeinsamen Mahlzeit kennenlernen und ganz nebenbei noch neue Pläne schmieden.

Doch wie funktioniert der LunchCollider? Man könnte es auch ein “Blind Date für Wissenschaftler“nennen: Interessenten können sich auf der Webseite registrieren, und ein eigens für diesen Zweck geschriebener Algorithmus sucht einen Partner fürs Mittagessen am selben Tag aus.

“Wir wären sehr glücklich, wenn dank des LunchColliders aus einem netten Gespräch beim Mittagessen neue physikalische Ideen entstehen,” sagt einer der Initiatoren Mietek Dabrowski.

“Wir hatten eine gemeinsame Vision” – Piotr Nikiel

“Ich habe erst kürzlich mit einer Person zusammen gegessen, die ich nicht kannte. Ich hatte keine Ahnung, wer sie war, woher sie kam und was sie am CERN macht”, sagt ein neuer Teilnehmer, und weiter, “eine Stunde und fünfzehn Minuten gingen schnell vorbei. Die Liste unserer Themen, über die wir reden wollten, außer unseren Ländern und wie wir überhaupt zum CERN kamen, war lang. Ich werde das nochmal machen, hoffentlich bereits am kommenden Mittwoch gegen Mittag.”

Bereits im Oktober vergangenen Jahres starteten Mietek Dabrowski, Piotr Nikiel, Roberto Campesato et Esther Zanon ihr Projekt. Seitdem haben sich schon 150 Mitglieder angemeldet, die regelmäßig teilnehmen wollen.

“Wir hatten eine Vision”, sagt Piotr, “denn an einem so heterogenen und vielfältigen Ort wie dem CERN, sollte es doch möglich sein, untereinander Ideen, Interessen und Wissen ohne größere Verluste auszutauschen?”

Professionelle Netzwerke erweitern und Informationen austauschen

“Wir sind uns im Klaren darüber, dass es erst einmal einschüchternd sein kann, sich mit fremden Personen zu treffen. Genau da wollen wir ansetzen. Einige Kollegen haben gesagt, dass sie etwas nervös vor dem ersten Treffen waren. Sie haben Angst, dass sie nicht wissen, worüber sie reden sollen. Doch bisher ist das noch nicht vorgekommen und wir haben viel positives Feedback bekommen.”, so Roberto.

Die Initiatoren hoffen, dass außer neuen Freundschaften diese gemeinsamen Mahlzeiten dazu beitragen, professionelle Netzwerke zu erweitern und Informationen auszutauschen. Und wer weiß schon, ob nicht das neue Ehepaar Curie aus dem CERN kommt?

Hauptfoto von: Krissy Venosdale, via Flickr, CC-BY-NC-ND 2.0 .

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