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Marokko: Rückzug aus der Guerguerat-Region


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Marokko: Rückzug aus der Guerguerat-Region

euronews-Reporterin Kawtar Wakil:
“Zugeschaltet aus Marokko ist Abderrahim Manar Slimi, Präsident des nordafrikanischen Zentrum für Sicherheitsstudien und Politikanalyse. Doktor Slimi, willkommen bei euronews. Als Experte und Kenner dieses Konflikts können Sie uns die Gründe erklären, die auf Antrag des UN-Generalsekretärs António Guterres zu Marokkos einseitigem Rückzug aus Guerguerat führten, der ‘Guerguerat-Region an der Grenze zu Mauretanien’?”

Abderrahim Manar Slimi:
“Es gab strategische Veränderungen, die Polisario-Front hat wiederholt den Waffenstillstand verletzt. Das Ganze ist auf mauretanischem Gebiet am Atlantik passiert und dazu begannen sie, den internationalen Handelsweg zu behindern. Zu diesem Zeitpunkt war Marokko nicht in der Lage, mit den Vereinten Nationen zu diskutieren, weil es in Bezug auf die Rückkehr des Königreichs in die Afrikanische Union Verwirrungen gab. Nach der Reintegration Marokkos in die Afrikanische Union Ende Januar gab es ein Gespräch mit dem UN-Generalsekretär. Es wurde eine Vereinbarung unterzeichnet und Marokko beabsichtigt, internationales Recht und den Waffenstillstand zu respektieren. Aus diesem Grund hat sich Marokko einseitig aus der Guerguerat-Region zurückgezogen. Und die Polisario-Front ging in die Falle.”

euronews::
“Wie ist die gegenwärtige Lage angesichts der Situation, dass die Polisario-Front das Gebiet nicht verlassen hat? Ist das der Anfang einer Konfrontation zwischen der UN und der Polisario-Front?”

Abderrahim Manar Slimi:
“Erstens ist ganz klar, dass jetzt die ganze Welt auf das Verhalten der Polisario schaut, die in der Region bleibt und gegen die Regeln des Internationalen Rechts verstößt, in dem sie einen internationalen Handelskorridor verhindert. Das kann laut der Charta der Vereinten Nationen als Akt der Aggression eingestuft werden. Dazu wird die Befreiungsfront vom UN-Generalsekretär überwacht, der an den Sicherheitsrat berichtet. Und was die Rückzugsoperation Marokkos betrifft, jetzt kontrolliert die ganze Welt die Polisario-Front. Mit Spannung erwartet man den Bericht zur Rückzugsaufforderung an die Polisario-Front vom UN-Generalsekretär genauso wie die Resolution des Sicherheitsrats.”

euronews:
“António Guterres betonte die Notwendigkeit, die Bedingungen des Waffenstillstands zu respektieren und äußerte sich besorgt über die Spannungen in der Grenzregion. Er rief dazu auf, den Handel in der Region nicht zu blockieren. Was wird passieren, wenn man seinen Wunsch nicht respektiert?”

Abderrahim Manar Slimi:
“Die Polisario behindern die Handelsroute und Marokko hat das Recht zur Selbstverteidigung, warum? Weil alles, was die Polisario-Front macht, eine Bedrohung des Friedens und der internationalen Sicherheit ist. Wir können diese Region nicht aufgeben, bzw. etwas, was sich zur Bedrohung für den Frieden und die internationale Sicherheit angesehen werden könnte. Aber es scheint, dass die ganze Welt auf den ersten Bericht des UN-Generalsekretärs zur Resolution des UN-Sicherheitsrates wartet. Dann ändern sich die Taktiken.”

euronews:
“Zieht die Polisario-Front die Karte des Europäischen Gerichtshofs? Wird es Verhandlungen geben, um Lösungen für den wirtschaftlichen und politischen Streit zu finden?”

Abderrahim Manar Slimi:
“Die Polisario-Front repräsentiert nicht die Saharauis der südlichen Provinzen, die ihre eigenen Vertreter gewählt haben. Der ganze Vorgang zeigt, dass die Europäer diese Karte gezogen haben, weil sie über die Rückkehr Marokkos zur Afrikanischen Union besorgt sind. Denn Marokko war ein strategischer Partner und hat jetzt eine ausgezeichnete Position. Das schürt Sorgen bei den Europäern.”

Dieses Interview zeigt den Standpunkt Marokkos. In Kürze können Sie sich in einem zweiten Interview mit der Sichtweise der Befreiungsfront Polisario vertraut machen.

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