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Nach Schlechtwetterpause: Irakische Armee startet neue Angriffe auf Mossul


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Nach Schlechtwetterpause: Irakische Armee startet neue Angriffe auf Mossul

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Die irakischen Streitkräfte und ihre Verbündeten haben einen weiteren Vorstoß auf die Altstadt von Mossul gestartet. Von Süden und Südwesten aus seien sie vorgedrungen, teilte ein Militärsprecher im staatlichen Fernsehen mit.

Die Angriffe auf die Gebiete westlich des Flusses Tigris waren zuvor wegen schlechten Wetters angeblich für 48 Stunden ausgesetzt worden. Während die Offensive gegen die letzte Hochburg des sogenannten IS im Irak in vollem Gange – und offenbar auch teilweise erfolgreich – ist, fliehen Tausende Menschen vor den Kämpfen.

“Wir verhungern. Wir haben kein Essen”, sagt Ibrahim, der aus dem Bezirk al-Dadida geflohen ist. “Der Hunger und die Bomben haben uns dazu gezwungen, unsere Häuser zu verlassen. Wir haben es satt, wir sind fertig. Nicht einmal die Kinder hatten etwas zu Essen.”

Zu Fuß machen sich viele auf, um wenigstens die von Regierungskräften kontrollierten Gebiete zu erreichen. Dort werden sie notdürftig versorgt, viele landen auch in Auffanglagern der Vereinten Nationen. Die Vereinten Nationen schätzen, dass alleine binnen einer Woche mindestens 30.000 Menschen die Stadt Mossul verlassen haben, die Hälfte von ihnen Kinder. Mehr als 700.000 Menschen harren vermutlich noch in Westmossul aus.

Der Angriff auf den Westen der Stadt hat vor zwei Wochen begonnen. Die Stadtteile östlich des Tigris hat das irakische Militär schon seit Januar unter Kontrolle.

Geteilte Welt

Nur ein Fluss teilt den Westen Mossuls vom Osten. Der Tigris, wie kaum ein anderer Symbol für die Wiege der Zivilisation im Zweistromland. Doch von Zivilisation war lange nichts zu spüren, seit der sogenannte Islamische Staat 2014 die Kontrolle über die Millionenstadt übernommen hatte.

Während westlich des Tigris weiterhin die Dunkelheit herrscht, zeigen sich im Osten seit der (vorerst) erfolgreichen staatlichen Machtübernahme wieder erste Lichtstrahlen. Die Menschen haben nicht vergessen, was es heißt, zu leben. Die Zivilisation kehrt in kleinen Schritten zurück, auch und vor allem für die Frauen. Ein Schlaglicht.

Sie kann raus auf die Straße gehen, zur Arbeit fahren. Einfach so. Zweieinhalb Jahre lang war Faten Gamal gezwungen, zuhause zu bleiben. Doch heute fühlt sie sich wie neugeboren. "Meine Kolleginnen und ich haben unsere Freiheit wieder", sagt die 33-Jährige. "Unsere Freiheit zu arbeiten, auszugehen, unsere normalen Sachen anzuziehen."

Unter IS-Herrschaft mussten Frauen und junge Mädchen von Kopf bis Fuß einen Ganzkörperschleier tragen - den sogenannten Nikab. Sie durften das Haus nicht ohne männliche Begleitung verlassen und mussten die familiäre Beziehung zu ihrem Aufpasser nachweisen können. Ehepaare etwa wurden an Kontrollposten regelmäßig aufgefordert, ihre Heiratsurkunde zu zeigen.

Die Freude, ihr altes Leben wiedergewonnen zu haben, ist vielen Frauen im befreiten Ostteil der früheren Terroristen-Hochburg deutlich anzumerken. "Ich kann meine Freundinnen jetzt jeden Tag sehen, wir können durch die Straßen laufen und unsere Freiheit genießen", sagt Zahraa Nodeir. Die 20-Jährige trägt ein pinkes Shirt. Sie freue sich, wieder bunte Röcke und auch Hosen anziehen zu können, sagt sie.

Mit der Offensive rückt die Freiheit auch für die Frauen westlich des Tigris näher. Die Gefechte in der ehemaligen Millionenstadt werden voraussichtlich aber noch Wochen bis Monate dauern.

(Sahar Othman und Sarah Lena Grahn, dpa/Euronews)

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