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Paris: Fillon kämpft bei Großkundgebung um Kandidatur


Frankreich

Paris: Fillon kämpft bei Großkundgebung um Kandidatur

Mit einer Großkundgebung in Paris hat der angeschlagene französische Präsidentschaftskandidat François Fillon um sein politisches Überleben gekämpft. Angesichts zahlreicher Rücktrittsforderungen aus den eigenen Reihen sprach der Konservative von “Fahnenflucht” und rief seine Anhänger dazu auf, sich hinter ihn zu stellen. Die Veranstalter sprachen von 200.000 Teilnehmern. Andere Quellen berichteten von mehreren zehntausend Anhängern des früheren Regierungschefs.

Gegen Fillon wird wegen einer mutmaßlichen Scheinbeschäftigung seiner Frau ermittelt. Er bestritt die Vorwürfe während seiner Rede erneut:“An dem Tag, an dem ich von der Justiz als unschuldig anerkannt werde – einer Justiz, der ich grundsätzlich immer noch vertraue – an dem Tag werden meine Ankläger feststellen, dass sie zu schnell mit dem Finger auf mich gezeigt haben. Und das wird sie beschämen.”

Ex-Staatspräsident Nicolas Sarkozy und der frühere Regierungschef Alain Juppé sollen bereits über einen Ersatzkandidaten der Konservativen beraten haben. Als Favorit dafür gilt Juppé. Eine Entscheidung wird nach einem weiteren Treffen hochrangiger Konservativer an diesem Montag erwartet. Die Nominierungsfrist endet am 17. März.

Umfragen zufolge würden derzeit der unabhängige Kandidat Emmanuel Macron und die Rechtspopulistin Marine Le Pen die erste Wahlrunde am 23. April für sich entscheiden. Fillon fiel durch die Affäre in der Wählergunst zurück.

Le Pen sagte in einem TV-Interview:“Das sind nicht nur Hintergrundgeräusche. Es handelt sich um eine absolutes Orchester, in dem es nur noch um Justizfälle zum Nachteil der Tiefe der politischen Debatte geht. Ich werde meinen Wahlkampf fortführen, und manchmal habe ich den Eindruck, dass ich die einzige bin, die das macht.”

Ende Januar war bekanntgeworden, dass Pénélope Fillon jahrelang als parlamentarische Mitarbeiterin für ihren Mann und dessen Nachfolger in der Nationalversammlung angestellt war. Für Mitte März, also kurz vor Ende der Nominierungsfrist, wurde Fillon deshalb von Ermittlungsrichtern vorgeladen. Ihm droht dann die Eröffnung eines Verfahrens.

Vor der schicksalhaften Kundgebung am Sonntag hatte sich Pénélope Fillon erstmals in einem Interview zu der Affäre geäußert und versichert, dass sie tatsächlich für ihren Mann gearbeitet habe.

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