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Piraterie: Leiche von geköpftem Segler auf den Philippinen gefunden


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Piraterie: Leiche von geköpftem Segler auf den Philippinen gefunden

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Das philippinische Militär hat auf der Insel Jolo die Leiche eines deutschen Seglers gefunden, der von Islamisten ermordet worden war. Der Tote soll später nach Deutschland überstellt werden.

Der 70-jährige Segler und seine 59 Jahre alte Lebensgefährtin waren im November auf dem Meer zwischen Malaysia und den Philippinen unterwegs, als die radikalislamische Separatistengruppe Abu Sayyaf die beiden entführte. Die Frau wurde erschossen auf der Jacht aufgefunden, vermutlich hatte sie sich gegen die Entführer gewehrt.

Den Mann verschleppten die Terroristen mutmaßlich in den Dschungel auf der Insel Jolo. In mehreren Videobotschaften flehte er um Hilfe, sein letztes Lebenszeichen stammte von Mitte Februar. Die Entführer forderten rund 600.000 Euro Lösegeld. Die philippinische Regierung selbst bezahlt in der Regel nicht, die Bundesregierung macht grundsätzlich keine Angaben über Lösegeldverhandlungen. Mutmaßlich nachdem das Ultimatum der Abu Sayyaf verstrichen war, enthaupteten die Terroristen den Mann und veröffentlichten ein Video von der Tat.

Härteres Vorgehen gegen die Separatisten

Kurz vor Ablauf der Frist hatte die philippinische Luftwaffe trotz der Gefahr für die Geisel Verstecke der Abu Sayyaf angegriffen.
In der Region werden etwa 60 Kämpfer vermutet. Wie ein Militärsprecher mitteilte, bereiteten sich Bodentruppen auch auf eine Offensive auf Jolo vor. Man wolle jetzt noch härter gegen die Terroristen vorgehen, heißt es aus dem Verteidigungsministerium. Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte, bekannt für seine kompromisslose und gewalttätige Gangart gegenüber Kriminellen, hatte sich für den Tod der Geisel entschuldigt.

Das Paar war bereits 2008 vor der Küste von Somalia entführt worden. Der Mann entschied, sein Boot aus Somalia zurückzuholen und sich wieder auf eine der gefährlichsten Segelrouten der Welt zu begeben. Immer wieder kommt es vor den philippinischen Inseln zu Entführungen durch die Separatisten. Bekannt wurde unter anderem der Fall der deutschen Familie Wallert, die im Jahr 2000 nach mehreren Monaten als Geiseln freigelassen wurden.

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