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Dritter Kriegswinter in der Ostukraine

Rund 10.000 Tote hat der Konflikt in der Ostukraine bisher gefordert, ein Ende des Kriegs ist noch immer nicht in Sicht. Euronews hat mit dem OSZE-Beobachter Alexander Hug über die anhaltenden Kämpf

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Dritter Kriegswinter in der Ostukraine

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Rund 10.000 Tote hat der Konflikt in der Ostukraine bisher gefordert. Ein Ende des Kriegs ist noch immer nicht in Sicht. Seit Ende Januar hat sich der Konflikt zwischen Separatisten und Regierungstruppen wieder zugespitzt. Euronews hat mit Alexander Hug gesprochen, dem stellvertretenden Leiter der OSZE-Sondermission in der Ostukraine.

Hug erklärt zur aktuellen Lage: “Was klar ist: die Zutaten für den Konflikt sind noch immer vorhanden,. Schwere Waffen auf beiden Seiten und die Parteien sind sich räumlich viel zu nah. Eine Eskalation, wie wir sie Ende Januar, Anfang Februar hatten, ist auch jetzt jederzeit möglich.”

Alexander Hug und seine rund 600 Kollegen von der OSZE sollen seit 2014 die Spannungen reduzieren. Ihre Mission: den Abzug schwerer Waffen und die Feuerpause überwachen. Eine Feuerpause, die keine ist.

Auf die Frage, ob sich die Lage im Frühling beruhigen wird, erwidert der OSZE-Beobachter: “Im Gegenteil. Die Zivilgesellschaft leidet nun den dritten Winter in Folge unter dem Konflikt. Viele sind von Bomben verletzt oder getötet worden. Von Waffen, die längst nicht mehr eingesetzt werden dürften. Es ist höchste Zeit, dass sich beide Seiten endlich an die Abmachungen halten, dass diese Waffen vernichtet und die Truppen von der Kontaktlinie abgezogen werden. Damit die Zivilisten endlich wieder ein normales Leben führen können.”

Für ein normales Leben braucht man Papiere. Die selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk stellen solche aus. Die Ausweise werden von Russland anerkannt. Pässe aus Kiew bekommen die Menschen, die in den von den Separatisten kontrollierten Gebieten leben, nicht.

Hug erklärt zu dieser Problematik: “Wir sind uns dieser Komplikationen bewusst. Aber die meisten Beschwerden, die bei uns eingehen, beziehen sich auf die anhaltenden Kämpfe. Fast alle Menschen, die wir auf den Straßen und in den Dörfern treffen, wünschen ich nur eines: Ein Ende des Konflikts. Damit sie wieder in Frieden leben können, wieder zur Schule und zur Arbeit gehen und die Kontaktlinie überqueren können, die in ihrem Kopf gar nicht existiert, aber in der Realität.”