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Mossul: Angst vor Chemiewaffen

Im Kampf um Mossul steht die irakische Armee nach eigenen Angaben kurz davor, wichtige Regierungsgebäude in der Nähe der Altstadt zu erreichen.

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Mossul: Angst vor Chemiewaffen

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Im Kampf um Mossul steht die irakische Armee nach eigenen Angaben kurz davor, wichtige Regierungsgebäude in der Nähe der Altstadt zu erreichen. Er gehe davon aus, dass diese am Montag eingenommen werden können, so ein Befehlshaber. Von dort aus hätten die Truppen, die von den USA unterstützt werden, eine günstige Ausgangsposition für den weiteren Kampf gegen die IS-Miliz. Die Armee war am Sonntag weiter in den Westen der Stadt vorgedrungen. Sie hatte vor knapp zwei Wochen mit dem Angriff auf die IS-Stellungen westlich des Tigris begonnen. Der östliche Teil wurde bereits zurückerobert. Mossul ist die letzte Hochburg der Islamisten im Irak.

Meinung

Die Armee hat uns gesagt, dass sie sicher weiß, dass die IS-Miliz mit Chemiewaffen angreifen wird.

Abu Ibrahim Vertriebener

Mit dem Fortschreiten der Kämpfe gibt es Anzeichen dafür, dass bei den Gefechten zwischen Armee und IS-Miliz Giftgas eingesetzt wurde. Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) teilte am Sonntag mit, sie sei besorgt über entsprechende Berichte und habe die irakischen Behörden um Unterstützung gebeten.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz verurteilte den völkerrechtswidrigen Einsatz von Chemiewaffen aufs Schärfste. Sprecherin Sara al-Zawqari berichtete aus einem Krankenhaus im nahen Erbil: “Wir behandeln hier seit dem 1. März 15 Menschen, die offensichtlich chemischen Stoffen ausgesetzt waren. Sie haben Blasen auf der Haut. Sie husten, müssen sich übergeben oder haben gerötete Augen.”

Die Regierung warne vor den Chemiewaffen, so der Flüchtling Abu Ibrahim: “Die Armee hat uns gesagt, dass sie sicher weiß, dass die IS-Miliz mit Chemiewaffen angreifen wird. Deswegen sind wir geflohen, wir haben unser Geld, unseren ganzen Besitz zurückgelassen.”

Immer mehr Menschen fliehen aus dem Westteil der Stadt. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) wurden in den vergangenen neun Tagen über 40.000 Bewohner vertrieben. Die Vereinten Nationen hatten zuvor davor gewarnt, dass mehr als 400.000 Menschen aus Westmossul von Flucht bedroht seien. Die Offensive auf Mossul begann im Oktober. Seit dem haben laut IOM mehr als 200.000 Bewohner ihr Zuhause verlassen.