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Philippinen: Ex-Polizist sagt über mögliche "Todesschwadron" unter Duterte aus


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Philippinen: Ex-Polizist sagt über mögliche "Todesschwadron" unter Duterte aus

Vor dem philippinischen Senat hat ein ehemaliger Polizist über eine mögliche “Todesschwadron” ausgesagt, die früher in der Stadt Davao existiert haben soll.

Bürgermeister war dort lange Zeit Rodrigo Duterte, heute Staatspräsident und auch im neuen Amt schon bekannt wegen seines blutigen Kampfs gegen Drogenkriminelle.

Der Polizist, Arturo Lascañas, hatte noch im Oktober bestritten, dass es damals in Davao solche gezielten Tötungen gegeben habe. Das habe er aus Angst um seine Familie getan, gab er später an.

Vor den Abgeordneten sprach er von blindem Gehorsam, den er gegenüber Duterte gehabt habe. Er selbst habe als Polizist um die dreihundert Menschen getötet, davon zweihundert als Mitglied ebendieser “Todeschwadron”, von deren Existenz Duterte gewusst habe.

Vor zwei Wochen hatte Lascañas seine Aussagen schon vor der Presse gemacht. Die Todesschwadron von Davao soll demnach vor allem Drogendealer und -nutzer sowie Kleinkriminelle getötet haben.

Die Senatoren brachen die jetzige Anhörung von Lascañas jedoch nach einiger Zeit ab: Er könne seine Aussagen nicht beweisen, und sie enthielten nichts Neues.

Dutertes Regierung geht seit seinem Amtsantritt letztes Jahr mit brutalen Methoden gegen Rauschgiftkriminalität vor.

Das heutige Staatsoberhaupt hat sich auch damit gebrüstet, in Davao selbst Menschen getötet zu haben.

Kritiker von Duterte werfen ihm vor, er habe in seinen acht Monaten als Präsident im Kampf gegen Rauschgiftverbrechen achttausend Menschen töten lassen.

Er selbst spricht dagegen von rund zweieinhalbtausend Menschen, die von Polizisten getötet worden seien – weil sie sich zum Beispiel der Festnahme widersetzt hätten. Den Vorwurf, er habe illegal Menschen töten lassen, bestreitet er.

Die philippinische Polizei hat jetzt nach einem Monat offizieller Pause ihre umstrittene landesweite Kampagne gegen Rauschgiftverbrechen wieder aufgenommen.

Die Aktion solle “möglichst ohne Blutvergießen” vonstatten gehen, sagte Polizeichef Ronald dela Rosa: “Aber das ist Krieg. Deshalb wird es vielleicht nur weniger Blut geben.”

Die Polizei hatte ihre Kampagne nach Berichten über Entführungen und Auftragsmorde, die aus den eigenen Reihen gesteuert wurden, Ende Januar offiziell ausgesetzt.

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