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Sportliches Europa: Wer bewegt sich am meisten?

Der Norden hat in Sachen körperlicher Aktivität außerhalb der Arbeitszeit eindeutig die Nase vorn.

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Sportliches Europa: Wer bewegt sich am meisten?

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Der Sport spaltet die Europäische Union: für die einen ist er fester Bestandteil der Freizeitgestaltung (und Ausdruck eines Lebensstils), für die anderen findet Sport meistens nur in Form von Fernsehgucken statt – wenn Fußball oder Wintersport über den Bildschirm flimmern…

Doch in welchen Ländern der EU bewegen sich die Menschen am meisten? Bis auf Ausnahmen zeigt sich eine Tendenz zum Nord-Süd-Gefälle. In Finnland, Dänemark und Schweden findet man den größten Anteil an Menschen, die außerhalb beruflicher Tätigkeiten pro Woche mindestens zweieinhalb Stunden einer körperlichen Aktivität nachgehen. Das kann neben Sport auch Gartenarbeit oder ähnliches sein. Auf über 50 Prozent der Menschen in den drei Nordländern trifft das zu, auf den Plätzen vier, fünf und sechs folgen Österreich, Deutschland und Luxemburg. Nimmt man Island und Norwegen hinzu (beide nicht Mitglied in der EU), wird der Norden noch sportlicher, denn die Einwohner beider Staaten überflügeln EU-Spitzenreiter Finnland statistisch sogar noch. Am Ende der Rangliste stehen Bulgarien und Rumänien. Dort gehen weniger als zehn Prozent der Einwohner außerhalb der Arbeitszeit mindestens zweieinhalb Stunden pro Woche einer körperlichen Aktivität nach. Im EU-Durchschnitt sind es rund 30 Prozent der Bürger, die sich in ihrer Freizeit mindestens zweieinhalb Stunden pro Woche bewegen.

Betrachtet man die ältere Generation in der Europäischen Union, dann sind die Österreicher am aktivsten. 30,9 Prozent der Menschen in Österreich über 65 Jahre bewegen sich mindestens 300 Minuten pro Woche, in Rumänien sind es hingegen nur 0,6 Prozent. Vergleicht man die Zahlen mit denen der 20- bis 24-Jährigen, sind es in Österreich 39,0 Prozent, die damit europaweit ebenfalls im ersten Drittel stehen. Kurz: Die “Alten” sind in der Freizeit aktiver als die “Jungen”.

Fest steht: Die Nordlichter sind in Sachen Sport in jeder Altersklasse vorne dabei. Das Radeln zur und von der Arbeit ist hier ein echter Gesundheitsfaktor, wie Studien zeigen. Forscher in Schweden fanden heraus, dass sich bereits positive Effekte einstellen, wenn man regelmäßig einen Arbeitsweg von mindestens einem Kilometer per Fahrrad zurücklegt. Auf diese Weise können Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und ein hoher Cholesterinspiegel reduziert und somit Herzerkrankungen vorgebeugt werden. Einer dänischen Studie zufolge stellen sich bereits positive Gesundheitseffekt ein, wenn man mindestens eine Stunde pro Woche radelt. Da viele Menschen wenig Zeit finden, Sport zu treiben, sei es umso sinnvoller, den Arbeitsweg per Fahrrad zu bestreiten, meinen die Forscher.

Eine andere Studie besagt hingegen, dass die Formel “Mehr Bewegung = weniger Übergewicht” nicht unbedingt aufgeht.


Und die Assmann-Stiftung aus dem westfälischen Münster, die sich eigenen Angaben nach “die Förderung von Wissenschaft und Forschung und des öffentlichen Gesundheitswesens im Bereich der Prävention” auf die Fahnen geschrieben hat, schreibt: “Nur wenig Aufwand braucht es, um gesünder zu leben und um damit auch das Risiko für einen Herzinfarkt zu verringern. Täglich zweimal zehn Minuten zügiges Radfahren reichen aus, um sich fit zu halten. Auch wer erst in der Lebensmitte das Fahrrad für sich wieder entdeckt, kann noch viel für sein Herz erreichen. (…) Wenn alle Berufspendler von Anfang an Fahrrad gefahren wären, hätten nach Schätzungen der Wissenschaftler rund sieben Prozent aller Herzinfarkte verhindert werden können.”