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Gegenseitiges Ausreiseverbot zwischen Malaysia und Nordkorea

Der Todesfall Kim Jong Nam hat sich zu einem ernsthaften diplomatischen Streit zwei Staaten ausgeweitet, die einstmals ein gutes Verhältnis zueinander hatten.

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Die malaysischen Behörden haben die nordkoreanische Botschaft in Kuala Lumpur vorerst abgeriegeln lassen und den Mitarbeitern der ständigen Vertretung die Ausreise untersagt. In dem Gebäude könnten sich der Polizei zufolge Personen befinden, die etwas mit dem Tod von Kim Jong Nam zu tun haben. Der Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un war nach bisherigem Ermittlungsstand am Flughafen von Kuala Lumpur vergiftet worden und starb kurz darauf.

Man werde vor der nordkoreanischen Botschaft warten, so ein Polizeisprecher. Selbst wenn das fünf Jahre dauere: Irgendwann werde jemand herauskommen, sagte er.

Zuvor hatten die Behörden in Pjöngjang malaysische Staatsbürger, die sich derzeit in Nordkorea aufhalten, mit einem Ausreiseverbot belegt. Der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA zufolge gilt das Verbot, bis die Sicherheit der Nordkoreaner in Malaysia vollständig garantiert sei. Das einstmals gute Verhältnis der beiden Länder ist nach dem Tod Kim Jong Nams deutlich abgekühlt. Malaysias Ministerpräsident Najib Razak warf Nordkorea vor, seine Landsleute “als Geiseln genommen zu haben” und forderte eine sofortige Freilassung.



Eine Indonesierin und eine Vietnamesin werden verdächtigt, Kim am Flughafen ein Tuch ins Gesicht gedrückt zu haben, das mit dem Nervengift VX getränkt war. Der Stoff wurde in Gewebeproben entdeckt. VX ist ein geruchs- und farbloses Gift, das schnell wirkt. Kim Jong Nam, der in Macau wohnte, klagte nach dem Angriff im Flughafengebäude über Übelkeit und starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Nordkorea leugnet, dass es sich bei dem Toten um den Halbbruder des Staatschefs handelt.

Ob Nordkorea hinter dem Tod von Kim Jong Nam steckt oder ein Attentat in Auftrag gegeben wurde, ist nicht bewiesen. Südkorea wirft Nordkorea eine Verwicklung in den Todesfall vor, die malaysischen Ermittler tun dies nicht.