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Israel will Gebetsruf des Muezzins verbieten


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Israel will Gebetsruf des Muezzins verbieten

Die Knesset hat in erster Lesung zwei umstrittene Gesetzesentwürfe gebilligt, die den Gebetsruf des Muezzins einschränken. Ein Entwurf sieht vor, dass in Israel der Gebetsruf über Lautsprecher nur nachts – von 23.00 Uhr abends bis 07.00 Uhr morgens – verboten werden soll, ein anderer verbietet den Einsatz von Lautsprechern in Wohngebieten generell. Bei Verstößen soll eine Geldstrafe von 10.000 Schekel (rund 2600 Euro) verhängt werden.

“Darum geht es bei dem Gesetz. Der Schlaf der Bürger soll geschützt werden ohne, was Gott verhüten möge, irgendjemanden Religion, ob Islam, Judentum, oder jeden anderen Glauben zu beeinträchtigen. Dieser Glaube ist uns allen gemein: ‘Allahu Akbar, Gott ist groß’”, meint der Abgeordnete, Motti Yogev von der ultrarechten Israel Beitenu (Unser Haus Israel), der das Gesetz eingebracht hat.

Arabische Abgeordnete reagierten zornig auf die Entscheidung. Im Plenum kam es zu Tumulten.

“In diesem Haus sind wir niemals gegen irgendeine jüdische Zeremonie vorgegangen. Ihr Gesetz ist ein rassistisches Risiko. Sie mischen sich in eines der empfindlichsten Themen für Muslime ein”, meint der arabische Knesset-Abgeordnet, Ahmad Tibi.

Das Gesetz geht jetzt in die Ausschussberatung. Mehr als 20 Prozent der israelischen Staatsbürger sind Araber. Zwar richtet sich das Gesetz nicht direkt gegen Muslime, betroffen wäre aber nur der Gebetsruf des Muezzins, deshalb wird es auch als “Muezzin-Gesetz” bezeichnet. Der Muezzin ruft fünf Mal am Tag zum Gebet auf. Anwohner von Moscheen werden dadurch häufig geweckt. Israels Araber werfen der jüdischen Mehrheit immer wieder Diskriminierung vor.

Da Israel Ostjerusalem als Teil seines Staatsgebietes betrachtet, erstreckt sich die Geltung des “Muezzin-Gesetzes” auch auf den arabischen Teil Jerusalems, in dem sich der Al-Haram asch-Scharif mit Felsendom und Al-Aqsa-Moschee befindet. Das “Erhabene Heiligtum” ist eine der heiligsten Stätten für Muslime.

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