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Wikileaks: Die großen Ohren der CIA

Dem Enthüllungsdienst zufolge hat der US-Geheimdienst systematisch Sicherheitslücken von elektronischen Geräten ausgenutzt, um diese zu manipulieren.

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Wikileaks: Die großen Ohren der CIA

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Wenn es stimmt, was die vom Enthüllungsdienst Wikileaks veröffentlichten Dokumente enthalten, dann hat die CIA, der Auslandsgeheimdienst der Vereinigten Staaten, seine Ohren fast überall. Zumindest theoretisch. Egal ob über Mobiltelefone, Computer oder sonstige elektronische Geräte: Den Enthüllungspapieren zufolge haben CIA-Mitarbeiter systematisch Möglichkeiten gesucht und gefunden, um Personen auszuspionieren.

Mehr als 8000 Dokumente hat Wikileaks veröffentlicht. Die Elektronikprofis der CIA nutzten demzufolge Sicherheitslücken aus und versuchten sogar auf in Autos eingebaute Geräte zuzugreifen. Fachleute meinen, dass die Eindringlinge damit theoretisch auch Verkehrsunfälle herbeiführten könnten.

Wie Wikileaks mitteilte, sollen Computerspezialisten für den US-Geheimdienst auch vom Generalkonsulat in Frankfurt am Main aus Hackerangriffe auf Ziele in Europa, Afrika und dem Nahen Osten durchgeführt haben.

Fachleute halten die Enthüllungsdokumente für echt, nach Angaben von Wikileaks sollen weitere folgen.



“Sie zapfen Autos und Fernseher an. Sie zapfen jedes Gerät an, das eine Batterie in sich trägt”, so Will Donaldson, ein Experte für Cybersicherheit. “Es ist so umfassend, weil es so viele Lücken gibt – da stehen wir erst am Anfang. Samsung steht auf der Liste von Geräten, die ferngesteuert eingeschaltet werden können, ohne dass das Eingeschaltet-Lämpchen aufleuchtet. Jeder, der in dem Raum spricht, kann dann ohne sein Wissen oder seine Zustimmung abgehört werden.”

Nach Einschätzung des früheren CIA-Mitarbeiters Edward Snowden, der seit seinen NSA-Enthüllungen in Russland lebt, könnte letztlich jeder Hacker die Sicherheitslücken von Mobiltelefonen ausnutzen, bis diese Mängel behoben seien. Somit sind die Wikileaks-Dokumente auch ein Tiefschlag für die Hersteller und deren Bemühen, den Kunden vermeintlich unmanipulierbare Geräte zu verkaufen.



“Alles, was mit dem Internet verbunden ist, kann gehackt werden”, meint der Sicherheitsexperte Varun Badhwar. “Man muss sich darüber Gedanken machen, wo im Haus und im Büro man seine Geräte aufstellt.”

Die von Wikileaks veröffentlichten Dokumenten deuten zudem darauf hin, dass die CIA Informationen über Sicherheitslücken unter anderem mit der Bundespolizei FBI und dem britischen Geheimdienst austauschte.