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Lyon, die Unternehmer-Oase


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Lyon, die Unternehmer-Oase

In dieser Ausgabe von Business Planet werfen wir den Scheinwerfer auf die französische Industriemetropole Lyon, in der auch Euronews seinen Sitz hat. Die Stadt gilt als zweitgrößte Hochburg fürs Unternehmertum in Frankreich. Das Geheimnis des Erfolges? Der Stadt ist es gelungen, ein Umfeld zu entwickeln, das kleine und Mittelstandsfirmen zu Spitzenreitern auf dem internationalen Markt macht, zum Beispiel im Bereich der medizinischen Industrie, einem der Kompetenzzentren der Stadt.

Um mehr darüber zu erfahren, treffen wir unseren ersten Gesprächspartner in den Räumen der Firma Now Coworking, die flexible Büroflächen anbietet. Raddouane Ouama ist Koordinator des Netzwerks Lyon Ville de l’Entrepreneuriat, das kleinen und mittleren Unternehmen auf die Sprünge hilft. Und noch viel mehr, als das.

Die europäische Medizinprodukteindustrie

  • Die europäische Medizinprodukteindustrie ist ein globaler Marktführer mit einem Gesamtumsatz von 100 Milliarden Euro, das entspricht 30% des Weltmarkts.
  • In Europa beschäftigt die Medizinprodukteindustrie rund 500.000 Menschen. Etwa 95% der Firmen sind KMU.
  • Dieser Industriesektor ist innovativ: Jedes Jahr werden bis zu 10% des Umsatzes in die Forschung reinvestiert. Alle 50 Minuten wird ein neues europäisches Patent beantragt.
  • “Lyon Ville de l’Entrepreneuriat” wurde bei den Europäischen Unternehmensförderpreisen 2016 in der Kategorie “Promoting Entrepreneurial Spirit” ausgezeichnet.
  • Mit dem Preis werden erfolgreiche Förderer von Unternehmergeist und Unternehmertum auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene gewürdigt.

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Serge Rombi, euronews: “Ihr Netzwerk ist in Lyon sehr aktiv?”

Raddouane Ouama: “Ja, wir verfolgen zwei Ziele: Wir fördern das Unternehmertum und helfen Firmen bei der Expansion. Das Netzwerk mit 50 Partnern und 200 Experten begleitet jedes Jahr über 15 Tausend Unternehmer.”

Vom Neueinsteiger zum Innovationsführer

Das Unternehmen Eye Tech Care ist ein Beispiel für den Erfolg einer vom Netzwerk geförderten KMU. Die Firma hat eine schonende Methode zur Glaukom-Behandlung entwickelt und zählt heute in diesem Bereich zu einem Innovationsführer. Bei diesem minimal-invasiven OP-Verfahren kommt Ultraschalltechnologie zum Einsatz.

Die Krankheit, auch grüner Star genannt, führt zu einem langsamen Absterben der Nervenfasern in der Netzhaut und ist eine der Hauptursachen für Blindheit weltweit.

Fabrice Romano, Mitbegründer der Firma sagt: “Zu wissen, dass es jeden Tag auf der Welt Patienten gibt, deren Augenlicht erhalten bleibt, die nicht erblinden werden, ist für mich eine große Erfüllung.”

Mehr als 50 Prozent des Firmenumsatzes werden in Forschung und Entwicklung reinvestiert. Das Produkt wurde seit Markteinführung 2013 weiterentwickelt und soll nach Europa nun auch in Indien und China angeboten werden.

“Der weltweite Glaukommarkt wird auf gut 5 Milliarden Euro geschätzt”, erklärt Geschäftsführer Dietrich Wolf. “Rund 120 Millionen Menschen sind auf der ganzen Welt vom grünen Star betroffen, ein Viertel davon lebt in China.”

Das Netzwerk macht den Unterschied

Bei ihrer Gründung erhielt die Firma Eye Tech Care eine finanzielle Starthilfe und war ein Jahr lang in einem Gründerzentrum des Lyoner Netzwerks untergebracht. In dieser Zeit konnten die ersten Patente angemeldet und Finanzmittel beschafft werden.

“Lyon Ville de l’Entrepreneuriat ist ein extrem effizientes Netzwerk, in dem alle Mitglieder gut zusammenarbeiten”, bestätigt Fabrice Romano. “Sobald man ein Problem oder eine Frage hat, findet man im Netzwerk eine Antwort. Und zwar schnell.”

Ein wichtiger Faktor ist sicherlich auch der Bereich, in dem das Unternehmen tätig ist, die in Lyon historisch stark vertretene medizinische Industrie.

Das bestätigt auch Raddouane Ouama von “Lyon Ville de l’Entrepreneuriat”: “Ja, die medizinische Industrie ist eines unserer Kompetenzzentren, traditionell, aber auch dank zahlreicher innovativer KMU.”

Die Medizin-Industrie beschäftigt 500.000 Menschen in Europa. 95 Prozent sind kleine und mittelständische Unternehmen.

Das Lyoner Netzwerk seinerseits wurde für seine Bemühungen bei den diesjährigen Europäischen Unternehmensförderpreisen ausgezeichnet.

Serge Rombi: “Raddouane, Sie begleiten hier seit 15 Jahren Unternehmer und möchten das System auf Europa ausweiten?”

Raddouane Ouama: “Ja, dies ist mein Appell an alle europäischen Städte, die sich uns anschließen, Erfahrungen teilen und das Netzwerk auf europäischer Ebene weiterentwickeln wollen.”

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