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Brandkatastrophe in Jugendheim in Guatemala: Behörden wussten von Misständen


Guatemala

Brandkatastrophe in Jugendheim in Guatemala: Behörden wussten von Misständen

In Guatemala sind Opfer einer Brandkatastrophe in einem Kinder- und Jugendheim beigesetzt worden. 37 Mädchen und junge Frauen starben durch den Brand am Mittwoch. Noch immer ist nicht klar, wie es dazu kam.

Fest steht nur, dass offenbar randalierende Jugendliche in dem Heim Matratzen in Brand gesteckt hatten. Das Feuer griff auf das Haus über. In ihren Zimmern eingeschlossene Jugendliche erstickten oder verbrannten. Kurz vor dem Brand hatte es einen Aufstand in dem Heim gegeben, etliche Jugendliche waren getürmt und wieder eingefangen worden.

Vor dem Präsidentenpalast im historischen Zentrum von Guatemala-Stadt legten Demonstranten aus Protest Kohle und Spielzeugpuppen nieder. Sie forderten Gerechtigkeit für die Toten.

Schon länger war den Behörden bekannt, dass in dem Heim katastrophale Umstände herrschten. Es habe an Dingen des täglichen Bedarfs gefehlt, berichten Zeugen, auch von Vergewaltigungen ist die Rede. Der Chef der Anti-Folter-Behörde, Carlos Solórzano, sagte der Zeitung Prensa Libre, bereits im vergangenen Jahr habe er Vorschläge zur Verbesserung der Situation in dem Heim gemacht. Passiert sei aber nichts. Inzwischen ist das Heim geschlossen worden, der Heimleiter wurde suspendiert.

Ursprünglich lebten in der Einrichtung Kinder und Jugendliche, die wegen häuslicher Gewalt aus ihren Familien herausgenommen wurden. Neuerdings wurden jedoch auch kriminelle Jugendliche dort untergebracht. Das führte zu erheblichen Spannungen unter den Heimbewohnern, die die Katastrophe mit ausgelöst haben könnten.

Selbst der Mond ist traurig. Tweet der guatemaltekischen Zeitung Prensa Libre.

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