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Botschaft und Konsulat der Niederlande abgeriegelt - Auftritt in Schweden abgesagt


Niederlande

Botschaft und Konsulat der Niederlande abgeriegelt - Auftritt in Schweden abgesagt

Der diplomatische Konflikt um verhinderte Wahlkampfauftritte türkischer Politiker in den Niederlanden hat auch auf die Türkei übergegriffen. Die niederländische Botschaft in Ankara und das Konsulat in Istanbul wurden weiträumig abgeriegelt, die Zugänge gesperrt. Das türkische Außenministerium machte Sicherheitsgründe für die Maßnahmen geltend. Am Konsulat wurde eine niederländische Fahne heruntergerissen und vorübergehend durch eine türkische Flagge ersetzt.

An der Botschaft in Ankara demonstrierten in der Nacht zum Sonntag Hunderte Menschen mit Sprechchören und Bannern gegen das Vorgehen der Regierung in Den Haag. Dem niederländischen Geschäftsträger in Ankara wurde mitgeteilt, dass eine Rückkehr des niederländischen Botschafters, der sich zurzeit nicht in der Türkei aufhält, unerwünscht sei.

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim drohte, die Antwort auf das niederländische Vorgehen werde in der “schwersten Art und Weise” ausfallen. Der Sprecher von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, twitterte, die niederländische Regierung habe “anti-islamischen Rassisten und Faschisten” nachgegeben und damit die Beziehungen beider Länder beschädigt. Erdogan selbst hatte die Niederländer zuvor als “Faschisten” bezeichnet.

Ferner erklärte Kalin unter Bezugnahme auf die Parlamentswahl in den Niederlanden am kommenden Mittwoch, er habe nicht gewusst, dass (Rechtspopulist) Geert Wilders bereits “an der Macht” sei. Die Ereignisse markierten einen schwarzen Tag für die Demokratie in Europa.

Unterdessen ist auch in Schweden ein Wahlkampfauftritt eines Politikers der türkischen Regierungspartei AKP in einer Gaststätte abgesagt worden. Einem Medienbericht zufolge wollte der Gastwirt nicht, dass sein Stockholmer Lokal in die politischen Diskussionen in der Türkei hineingezogen wird.

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