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Terrorist «Carlos» wieder in Frankreich vor Gericht


Frankreich

Terrorist «Carlos» wieder in Frankreich vor Gericht

Der schon zweimal zu lebenslanger Haft verurteilte frühere Top-Terrorist «Carlos» steht in Frankreich wegen eines weiteren Anschlags vor Gericht. Der 67-jährige Venezolaner mit dem bürgerlichen Namen Ilich Ramírez Sánchez soll im September 1974 eine Handgranaten-Attacke auf ein Geschäft am Pariser Boulevard Saint-Germain mit 2 Toten und 34 Verletzten verübt haben.

Seine Anwältin und Lebenspartnerin Isabelle Coutant-Peyre erklärt: “Wir betreiben hier Steinzeit-Forschung, um im Museum der französischen Justiz politische Geschichte zu schreiben. Dieser Prozess hat keinerlei Bedeutung, er wurde vorgeschrieben. Der Fall ist verjährt und es wurden bereits zwei Verfahren dazu eingestellt”. (1983 und 1999- Anmerkung der Redaktion)

Die französische Justiz hat sich allerdings nach jahrelangem Ringen letztlich doch für einen weiteren Prozess entschieden. “Dank anderer Untersuchungen und neuer Fakten, haben wir weitere Beweise für die “Publicis Drugstore”-Attacke gefunden. Außerdem ist das Abweisen einer Klage nie endgültig”, so Opferanwalt Georges Holleaux

In den 1970er und 1980er Jahren war «Carlos der Schakal» einer der meistgesuchten Terroristen der Welt. Er war 1975 an der Geiselnahme
von Opec-Ministern in Wien beteiligt und soll für zahlreiche Morde und Anschläge in Frankreich, Großbritannien und Deutschland verantwortlich sein.

Der Venezolaner war erst 1994 im Sudan aufgespürt und nach Frankreich gebracht worden. Seitdem sitzt er dort im Gefängnis. Der am Montag begonnene Prozess ist auf drei Wochen angesetzt. Befragt werden sollen 17 Zeugen und zwei Experten.