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Frankreich: Ermittlungsverfahren gegen François Fillon eröffnet

Wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder hat die französische Justiz ein Ermittlungsverfahren gegen den konservativen Präsidentschaftskandidaten François Fillon eröffnet.

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Die französische Justiz hat ein Ermittlungsverfahren gegen den konservativen Präsidentschaftskandidaten François Fillon eröffnet. Fillon wird unter anderem vorgeworfen, öffentliche Mittel veruntreut zu haben.

Der 63-Jährigen soll seine Frau Penelope nur zum Schein als Assistentin angestellt zu haben. Sie hatte dafür hunderttausende Euro aus der Staatskasse kassiert, es fehlen aber Belege, dass seine Frau auch tatsächlich in der Nationalversammlung gearbeitet hat. Außerdem hatte Fillon auch seine Kinder Marie und Charles als parlamentarische Mitarbeiter im Senat beschäftigt.

Die Untersuchungsrichter hatten Fillon eigentlich erst für Mittwoch vorgeladen. Die Befragung wurde aber um 24 Stunden vorgezogen, damit sie “in Ruhe” stattfinden könne, sagte sein Anwalt Antonin Lévy.

Fillon weist alle Vorwürfe zurück. Er hatte bereits zuvor erklärt, dass er trotz der Ermittlungen Kandidat bleiben wolle. In der Vergangenheit hatte er allerdings immer wieder betont, dass Minister und Präsidenten nicht mit der Justiz in Konflikt gekommen sein dürften.

Der einstige Favorit für die Präsidentenwahl, die in zwei Durchgängen im Ende April und Anfang Mai stattfindet, liegt wegen der Affäre derzeit in Umfragen nur noch auf Platz drei, hinter der rechten Politikerin Marine Le Pen und dem unabhängige Kandidaten Emmanuel Macron.

Sollte Fillon trotzdem zum Präsidenten gewählt werden, würde er während der Amtszeit von einer Immunität profitieren. Das Verfahren läge dann auf Eis und könnte erst nach seiner Präsidentschaft fortgesetzt werden.